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3LC – Crosstriathlon-Klassiker im Mühlviertel

Kollerschlag, Samstag 23. Juli 2016. Ein schwül-heißer Sommertag steht uns bevor. Die Sonne scheint erbarmungslos vom Himmel und lässt uns schon erahnen, dass dies ein harter Wettkampf werden würde. Denn auch die Strecke des 3-Länder-Crosstriathlons in Kollerschlag hat es in sich. Schwimmend wird zuerst der Moldaustausee von Horni Plana aus durchquert (ca. 700m). Anschließend wartet eine herausfordernde Mountainbikestrecke durch den Böhmerwald und das hügelige Mühlviertel. Am Rad sind insgesamt 37km und 1.100Hm vom Westufer des Moldaustausees bis nach Wegscheid in Deutschland zu bewältigen. Und zum Schluss werden noch 6km bergauf bis nach Kollerschlag gelaufen.

Das sind also die Zutaten für den 3-Länder-Crosstriathlon, der in dieser Form heuer bereits zum 12. Mal durchgeführt wurde. Eine besondere organisatorische Herausforderung für alle Beteiligten ist sicher die Strecke mit ihren unterschiedlichen Wechselzonen und den großen Entfernungen. Dies macht nicht nur die Organisation für den Veranstalter schwierig, sondern auch für Athleten und Zuseher ist der ganze Ablauf nicht so einfach wie bei einem Rundkurs mit einer zentralen Wechselzone. Aber genau das ist auch das außergewöhnliche an diesem Bewerb, denn wo sonst kann man so eine Strecke genießen? Auf jeden Fall einzigartig in Österreich und es ist toll hier dabei gewesen zu sein!

Für uns war es heuer die erste Teilnahme am 3LC. Kathi als Teilnehmerin und Christian als Fotograf. Wie es uns dabei ergangen ist? Es war auch für uns eine Herausforderng, aber lest selbst. 🙂

Pre-Start
Dadurch, dass der Start erst um 12 Uhr erfolgt, war unsere Anreise erst einmal relativ entspannt. Ausgeschlafen und gut vorbereitet dank unserer bereits vorab erfolgten Streckenbesichtigung machten wir uns auf den Weg ins Mühlviertel. Da wurden bei mir (Kathi) gleich Erinnerungen an zahlreiche Fahrten zu Skirennen am Hochficht wach. 😀

Erster Anlaufpunkt war die Startnummernausgabe in Schöneben. Diese liegt direkt am Weg zum Start bzw. der Wechselzone am Moldaustausee und ist somit praktisch zu erreichen. Wir trafen gleich einige bekannte Gesichter, fassten unkompliziert meine Startunterlagen aus und waren sogleich schon wieder unterwegs zum Moldaustausee.

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Direkt beim Ziel des Schwimmens (Blizsi Lhota) war auch die erste Wechselzone und ein Parkplatz. Hier hieß es dann MTB und Zubehör einchecken, Laufsachen in das vorgesehene Sackerl befördern und abgeben. Die Laufsachen wurden dann nach Wegscheid in die zweite Wechselzone gebracht. Beim Einchecken dann auch schon die befürchtete Nachricht: Neoprenverbot beim Schwimmen. Für mich als begeisterte Neoschwimmerin schade. Aber die Temperaturen vom See und sowie heraußen waren an diesem Tag einfach zu warm.

Christian blieb beim Schwimmausstieg, um hier auf der ersten Fotoposition ein paar Schnappschüsse zu machen. Für mich und alle anderen Teilnehmer ging es mit der Fähre ans andere Ufer. Der Startbereich ist ein Badeplatz auf tschechischer Seite mit Sandstrand im Ort Horni Plana und wirklich sehr schön! Das Wasser des Moldaustausees ist gewöhnungsbedürftig, weil sehr moorig, d.h. Sichtweite gleich Null. 😉

Swim-Bike-Run
Pünktlich um 12 Uhr startete ich mit der ersten Welle in den Bewerb. Die zweite Welle startete dann 15 Minuten später. Die erste Welle war für „Elite“ Starter vorgesehen, daher überschaubar (etwa 20-25 Athleten). Somit musste ich also ausnahmsweise mal keine Angst vor dem Startgerangel im Wasser haben. 😉

Der Start und die ersten Meter waren auch wirklich angenehm. Ich hatte mir fest vorgenommen diesmal nicht wieder alles alleine zu schwimmen, sondern mir einen Vordermann bzw. Frau zu suchen. Das ging auch genau so lange gut, bis von rechts ein Mann (wieder mal) daherkam und mir komplett dreinschwamm. Er war wohl der Meinung das Ziel war weiter links… Ich musst abbremsen, ein paar Brustzüge machen und die Gruppe vor mir war weg.

Wieder ran kommen schaffte ich ohne Neo nicht, d.h. mein Plan war schon nach 100m Schwimmen gescheitert. Naja hilft ja nicht, ab da schwamm ich komplett alleine. In der Mitte vom See kam dan plötzlich eine eigenartige Strömung von links auf. Es wurde sehr wellig und kostete weit mehr Kraft die Linie zu halten. Das war denke ich auch der Grund für die allgemein relativ langsamen Schwimmzeiten.

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Vom Schwimmausstieg liefen wir in die Wechselzone auf der gegenüberliegenden Wiese. Schwimmsachen ins Sackerl geben, Schuhe und Helm anziehen, Rad schnappen und dann aus der Wechselzone bergauf raus laufen. Hinauf aufs Rad und rein in den ersten Anstieg. Ich wusste schon von der Streckenbesichtigung, dass das sicher einer der härteren Teile wird. Erschöpft vom Schwimmen wartete gleich ein Anstieg. Oben am ersten Hügel angekommen ging es bergab und damit auch gleich leichter. Christina hatte zu mir aufgeschlossen und ab da fuhren wir dann eine Zeit lang gemeinsam. 🙂

Bergauf, bergab, Schotter, Asphalt, leichte Waldwege,… der erste Teil der Radstrecke ist wirklich angenehm und sehr kurzweilig zu fahren. Dann kommt der Anstieg nach Julbach und eine komische Abfahrt in den Ort. Hier biegt man von der Straße ab und fährt ohne Weg durch ein komplett matschiges und von den Spuren zerfahrenes Waldstück. Das mochte ich schon bei der Besichtigung nicht. Also kam es wie es kommen musste, ich blieb im Schlamm stecken, musste absteigen und verlor den Anschluss an Christina.

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Die Hitze tat ihr übriges dazu und meine Motivation schwand wie ein Eis in der Sonne. 😉 Von da an fuhr ich immer alleine, mir wurde immer heißer und meine Kräfte immer weniger. Ein kleiner Becher Wasser bei den zwei Labestationen auf der ganzen Strecke waren einfach zu wenig Kühlung an diesem heißen Tag. Bei der Durchfahrt vom Sportplatz in Kollerschlag war ich schon ziemlich fertig. Noch ein kurzer Anstieg und dann ging es nur mehr bergab. Doch wenn einem die Arme schon zu zittern anfangen und man am Bike nicht mehr aufstehen kann weil dann auch die Beine komplett zu zittern anfangen… dann macht auch das bergab fahren keinen Spaß mehr. 😀

Immerhin kam ich ohne Zwischenfall in der Wechselzone an, die Bachdurchfahrt hab ich gar nicht mehr richtig wahr genommen. 😉 Ich wusste schon, das Laufen wird richtig hart werden. Nachmittagshitze, die Sonne brannte vom Himmel und ich lief los. Den ersten Km auf der Straße relativ flach, das ging ja noch. Dann rein in den Wald, leicht ansteigend, wieder flach und schattig – angenehm zu laufen. So könnte es weiter gehen.

Tat es aber leider nicht 🙁 Ab ca. Km 2 ging es raus aus dem Wald und komplett in der Sonne nur mehr bergauf. Keine Labestation oder anderwertige Abkühlung in Sicht. Ich wurde immer langsamer, aus dem laufen wurde gehen, war am Rand der Verzweiflung. Ich spürte meine Beine nicht mehr, sie wollten einfach nicht mehr. Mein Puls war niedrig (meine Uhr sagte mit später, das war grad mal hoher G1 Bereich), aber es ging einfach nicht mehr, keine Kraft in den Beinen. Kein schönes Gefühl.

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Oben angekommen war eine Labestation, ich nahm mir alle Wasserbecher die ich sah 😀 Kurz bergab und dann der letzte Anstieg zum Ziel beim Sportplatz hinauf. Ich wollte nur mehr ins Ziel kommen, meine Beine nicht. Ich setzte mich durch 😉 Aufgeben gibts nicht, doch so erleichtert im Ziel war ich noch nie.

Fotos
Der Bewerb stellt auch zum Fotografieren eine besondere Herausforderung dar. Denn alle Fotopositionen muss man mit dem Auto anfahren. Dafür sind einerseits Orts- und Streckenkenntnisse notwendig, andererseits braucht man auch einen genauen Zeitplan. Das waren auch genau die Gründe warum wir uns vorab die Strecken angesehen hatten. Und wie sich heraus stellt war die Goldes wert. Denn dadurch haben wir super Fotopositionen gefunden und auch unser ausgetüftelter Zeitplan ist genau aufgegangen. 🙂 Zeitplan bedeutet, wir hatten eine Liste mit Fotopositionen und Durchgangszeiten an der sich Christian orientierte und wusste wann er wo sein musste um z.B. den ersten Herren an genau dieser Position anzutreffen.

Unser Fazit
Crosstriathlon ist anders. Härter und ehrlich. Es herrscht eine andere, lockere Stimmung. Der Bewerb in Kollerschlag ist einer der Crosstriathlon-Klassiker in Österreich. Dort teilzunehmen ist definitiv ein unvergessliches Erlebnis. So aufwendig die Organisation auch ist, der gesamte Bewerb ist vom Veranstalter absolut top organisiert. Die Strecken sind perfekt beschildert, die Startnummernausgabe klappt reibungslos und im Zielbereich ist alles da was man braucht. Sogar die Räder werden von Wegscheid nach Kollerschlag gebracht. Die Zielverpflegung ist 1A und auch ein gratis Massageservice wird angeboten. Wir kommen bestimmt wieder! 🙂

About Tri Your Life

Tri Your Life
Tri Your Life ist das Herzensprojekt von Katharina Feuchtner und Christian Lehner aus Schleißheim bei Wels (Österreich). Wir sind zwei leidenschaftliche Hobbysportler und betreiben in unserer Freizeit diverse Ausdauersportarten und vor allem Triathlon. Wir teilen uns nicht nur unsere Wohnung und die Liebe zum Triathlon, sondern auch die Leidenschaft für das Schreiben und Fotografieren.

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