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6 Tipps, wie du den Einstieg in das Freiwasserschwimmen meisterst

Im Freiwasser zu schwimmen ist vom Gefühl und den Bedingungen her ganz anders als im Becken. Man sieht keinen Boden unter sich und je nach vorherrschendem Gewässer erwartet uns ein grünliches, gräuliches oder bräunliches Element. Manchmal kreuzt der ein oder andere tierische Bewohner unseren Weg und darüber hinaus sind wir unbeeinflussbaren Witterungsverhältnissen ausgesetzt, wie beispielsweise Wind, Wellen und Sonne. Auf die meisten Situationen können wir uns gut vorbereiten, sodass wir am Wettkampftag selbstsicher am Start stehen.

1. Spezifische Übungen im Becken zur Vorbereitung

Wir haben bereits detailliert darüber geschrieben, wie du dich in der kalten Jahreszeit im Becken bestmöglich auf das Freiwasserschwimmen vorbereiten kannst. Wasserstart, Gruppenschwimmen, Wasserschattenschwimmen, Orientieren, uvm. Den Artikel gibt es hier zum Nachlesen.

2. Open-Water-Training

Sobald es die Wassertemperatur zulässt, solltest du dich mit dem Freiwasser vertraut machen. Schau dir die Umgebung rund um den See an und merke dir leicht anzuschwimmende Landschaftspunkte. Das kann ein Baum sein, ein Haus, etc. Am Anfang macht es durchaus Sinn, wenn du nur in Ufernähe schwimmst. Es gibt dir die nötige Sicherheit. Achte auch auf Sichtverhältnisse: falls du an einem schönen sonnigen Morgen oder am Abend im See schwimmst, dann könnte dich die tiefstehende Sonne blenden. Dann empfiehlt sich eine Schwimmbrille mit getönten Gläsern.Wenn es hingegen bewölkt ist und die Sicht im See eher schlecht, dann wähle eine Schwimmbrille mit hellen bzw. durchsichtigen Gläsern.

Christian: „Sobald wie möglich nutze ich die Gelegenheit zum Open Water Schwimmen. Wenn wir im März oder April in den Süden zum Radfahren fliegen, brauche ich für das Schwimmtraining nicht unbedingt ein Becken. Viel wichtiger sind mir persönlich im Frühjahr  einige Open Water Elemente zu trainieren: wie Orientieren, Sichten, das Gefühl  für den Neo und die Atmung im Wellengang. Fremden Gewässern begegne ich trotzdem immer noch mit Respekt. Ich beobachte vorab den Schiffsverkehr und vergewissere mich, ob und wo sicheres Schwimmen möglich ist. Meistens wähle ich meine Schwimmstrecken entlang des Ufers und nutze wenn möglich auch gerne vorhandene Bojen.“

3. Trainiere in der Gruppe und nimm Freunde mit

In Begleitung zum Open-Water Training zu gehen gibt dir die nötige Sicherheit. Schließe dich einer Trainingsgruppe an oder motiviere Freunde dich einfach nur zum See begleiten und am Ufer zu warten oder dich z.B. mit dem SUP (Stand Up Paddle) begleiten. Das trägt zur eigenen Sicherheit bei und macht viel mehr Spaß als alleine zu trainieren.

Nutze die Gelegenheit, um dich an deinen Neopren-Anzug zu gewöhnen.  Mach dich mit den Auftriebseigenschaften vertraut und verbinde das Training mit einem Landgang. Dabei kannst du das Ausziehen des Neoprens üben und dich somit auf einen Teil des Wechsels vorbereiten.

4. Visualisiere das Rennszenario

Du kannst dich mental auf das Schwimmen vorbereiten, indem du visuell den Schwimm bzw. den Rennverlauf im Kopf durchgehst. Stell dir die Situationen, die du mit der Gruppe trainiert hast, vor und denke an die Übungen im Becken, die du als Vorbereitung auf das Freiwasserschwimmen geübt hast (z.B. Sichten, Orientieren).

Bleibe vor dem Start ruhig und gelassen. Du hast die nötigen Erfahrungen gesammelt und weißt was dich erwartet. Konzentriere und verlasse dich auf deine Fähigkeiten im Freiwasserschwimmen. Es gibt keinen Grund vor oder während dem Schwimmen Angst zu haben. Solltest du jedoch einmal kurz in Panik geraten, ist es keine Schande Brustzüge zu machen und dabei kräftig durchzuatmen.

5. Schwimmstreckenbesichtigung vor dem Rennen

Mach dich vorab mit der Schwimmstrecke vertraut und schaue dir die Streckenführung im Internet an. Die Veranstalter haben normalerweise auf ihrer Homepage die Streckenführung auf einem Plan definiert. Dort kannst du dich bereits einstellen: wie viele Runden werden geschwommen, im oder gegen den Uhrzeigersinn, wo sind Schwimmstart und – ausstieg, wie weit ist der Landgang zur Wechselzone.

Sofern vor Ort möglich, ist es auf jeden Fall empfehlenswert die Schwimmstrecke vorab abzuschwimmen (z.B. am Vortag des Bewerbes).

6. Vorbereitung am Renntag

Am Renntag siehst du dir am besten die Bojensetzung noch einmal vor Ort an und merkst dir richtungsweisende Orientierungspunkte am Land. Eine erste Inspektion an Land macht durchaus Sinn, doch aus der Perspektive im Wasser sieht alles nochmal anders aus. Deshalb ist es wichtig, die Perspektiven vom Wasser aus zu berücksichtigen, d.h. Bojen, Landpunkte, der Bogen beim Schwimmausstieg etc. Nimm dir deshalb am Renntag genug Zeit zum Einschwimmen.

Suche dir dann einen Startpunkt aus, der für dich passt. Wenn du dir anfangs noch unsicher bist, dann stelle dich eher seitlich von der Masse auf, um einen ungestörten Schwimmstart hinzulegen. Wichtig ist immer, dass du auf dein Gefühl hörst. Was für andere richtig ist, muss nicht unbedingt für dich passend sein.

About Tri Your Life

Tri Your Life
Tri Your Life ist das Herzensprojekt von Katharina Feuchtner und Christian Lehner aus Schleißheim bei Wels (Österreich). Wir sind zwei leidenschaftliche Hobbysportler und betreiben in unserer Freizeit diverse Ausdauersportarten und vor allem Triathlon. Wir teilen uns nicht nur unsere Wohnung und die Liebe zum Triathlon, sondern auch die Leidenschaft für das Schreiben und Fotografieren.

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