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Durch den Sport zurück ins Leben – eine außergewöhnlich inspirierende Lebensgeschichte

Das Leben ist nicht immer leicht, doch kommt es darauf an, was man daraus macht. Man hat es selbst in der Hand. Benjamin Klingler ist eine beeindruckende Persönlichkeit in unserem Ausdauersport, der sich im Jahre 2008 entschieden hat, sein Leben grundlegend zu verändern. Es gehört sehr viel Mut dazu, aus seinem alten Leben auszubrechen, um einen Neuanfang zu starten. Inspiriert von Andreas Niedrig („Vom Junkie zum Ironman“) hat er seinen Weg gefunden.

Benni ist gebürtiger Innsbrucker, lebt aber seit seinem Neuanfang vor acht Jahren in Linz. Heute ist er angehender Lehrer und Familienvater von zwei kleinen Töchtern. Er erzählt in unserem Interview über seinen außergewöhnlichen Weg zum Ausdauersport, seine Motivation und welche Zukunftspläne er hat.

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Du bist uns allen als Läufer bekannt, aber auch als Triathlet. Wie siehst du dich selber?
Im Moment sehe ich mich als Ausdauersportler im breitgefächerten Sinn. Natürlich kann ich nicht leugnen, dass meine Passion und mein Herz dem Laufen gehören. Wenn das Laufen dann, beispielsweise wegen einer Verletzung, nicht möglich ist, bin ich heilfroh, dass ich dem Radfahren und Schwimmen gegenüber nicht abgeneigt bin.

Wie bist zum Laufsport gekommen?
Das ist eine lange Geschichte, die sich im Prinzip nicht kurz zusammenfassen lässt. 2008 befand ich mich gerade im Clinch mit meinen inneren Dämonen. In meinem Wahn ließ ich mich von einem damaligen Leidensgenossen zu einer 2 Kilometer Runde überreden. Details zu diesem ersten Lauf erspare ich euch aber besser. 😉

Und wie war dann dein Weg vom Laufen zum Triathlon?
Naja, zuerst bin ich gelaufen. Und von einem Extrem ins andere, anfangs natürlich zu oft und zu viel. Ich habe mich verletzt, mein Vater, der selbst Triathlet war und ist, schenkte mir ein Rad und so schlitterte ich quasi ahnungslos in diesen schönen Sport. Andreas Niedrigs Buch „Vom Junkie zum Ironman“ tat dann sein Übriges dazu.

Du bist aufgewachsen in Tirol, wie haben dich deine familiären Wurzeln (dein Vater als Triathlontrainer und Veranstalter) in deinem sportlichen Werdegang beeinflusst?
Mein Vater sehr stark. Allerdings erst zu einer Zeit, als ich schon in Oberösterreich lebte. Zum Ausdauersport kam ich ja erst 2008. Spätestens da diente mein Vater dann aber als Vorbild und Trainer, in Personalunion quasi. Und wo wir gerade von Wegbereiter sprechen. Ein paar schnelle Gene dürfte er mir mit in die Wiege gelegt haben. 😉

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Welcher deiner bisherigen Bewerbe ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
Da gibt es einige!! Mein erster Ultralauf (Rennsteiglauf), bei dem ich die Altersklasse gewinnen konnte. Mein erster Triathlon, als ich beim Schwimmen vor Panik fast umgekommen wäre. Mein Sieg beim Businesslauf in Linz, als ich im Sprint Größen wie Christian Haas und Martin Doleschal auf die Plätze verweisen konnte. Die Liste ist lang und würde hier vermutlich den Rahmen sprengen.

Auf welchen sportlichen Erfolg bist du selber stolz?
Das will ich jetzt nicht unbedingt an Platzierungen festmachen. Es erfüllt mich mit Stolz, wenn ich an meine Vergangenheit denke und die Zukunft betrachte, die ich zu einem Großteil bestimmt dem Sport verdanke. Es hätte auch anders kommen können und ich säße jetzt vielleicht in einer Unterführung, um zu betteln.

Welche sportlichen Ziele verfolgst du aktuell?
Ich plage mich momentan mit einer hartnäckigen Verletzung herum, die es mir verbietet zu laufen. Das oberste Ziel ist also, gesund zu werden, der Rest kommt dann von selbst. Ich schwimme regelmäßig, fahre viel Rad und wer weiß, vielleicht seht ihr mich heuer noch bei einem kleineren Triathlon.

Wie ist deine Familie in deine sportlichen Ambitionen eingebunden?
Meine Töchter sehen natürlich, dass ich viel Sport mache und sind dementsprechend aktiv. Wichtig ist mir, dass die Familie bei meinen Ambitionen nicht zu kurz kommt. Ein Grund, warum ich wenige Wettkämpfe bestreite und selten im Trainingslager bin.

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Wie sieht bei euch ein typischer Familien- und (dein) Trainingsalltag aus?
Den typischen Tag gibt es bei uns nicht. Jeder Tag ist anders, aber dennoch dicht verplant. Trainiert wird dann entweder frühmorgens oder abends. Manchmal auch mittags, wenn es die Situation zulässt. Die Wochenenden sind dann frei. Trainieren, Spazieren, Spielen, Essen und so weiter.

Bei welcher spotlichen Betätigung fühlst du dich frei, glücklich und im Einklang mit dir selbst?
Wenn ich alleine auf verlassenen, bergigen Trails dahinlaufe, kommt das einem perfekten Moment schon sehr nahe. Um noch freier zu sein, müsste man wahrscheinlich fliegen können.

Was ist dein Antrieb/deine Motivation für deine sportlichen Leistungen?
Das ist eine gute Frage. Erstens treibt mich bestimmt eine innere Unruhe, da besteht kein Zweifel. Zweitens wurde der Sport für mich zur Therapie. Ohne Sport ginge es mir wesentlich schlechter. Und drittens liebe ich es, mich mit anderen, aber auch mit mir selbst zu messen.

Was motiviert dich mitten in der Nacht mit Demeter durch die Wälder um Linz zu laufen?
Da motiviert mich Demeter. Alleine ist es fast unmöglich in der Nacht aufzukommen. Aber Hand auf’s Herz. Es gibt nicht viel Schöneres, als über einen Berg in den Tag hineinzulaufen und dabei mit den Jungs ein paar Sprüche zu klopfen.

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Gibt es einen Bewerb, an dem du schon immer mal teilnehmen wolltest?
Ja, der Ironman Hawaii. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob daraus jemals etwas werden wird. Wieso? Ich kann mir vorstellen stundenlang zu laufen, auch bei hoher Belastung. Aber vor 180 harten Kilometern am Rad habe ich doch immensen Respekt.

Welchen Stellenwert hat der Sport in deiner Lebensgeschichte?
Einen sehr hohen. Ich sinniere manchmal, wie ohne Sport alles gekommen wäre. Da sieht es dann sehr sehr düster aus. Zu einem großen Teil habe ich dem Ausdauersport mein Leben zu verdanken.

Fotos: privat

About Tri Your Life

Tri Your Life
Tri Your Life ist das Herzensprojekt von Katharina Feuchtner und Christian Lehner aus Schleißheim bei Wels (Österreich). Wir sind zwei leidenschaftliche Hobbysportler und betreiben in unserer Freizeit diverse Ausdauersportarten und vor allem Triathlon. Wir teilen uns nicht nur unsere Wohnung und die Liebe zum Triathlon, sondern auch die Leidenschaft für das Schreiben und Fotografieren.

2 comments

  1. Hey, ihr Zwei 😀

    Cooles Interview. Das sind wirklich schöne Einblicke. Besonders interessant finde ich die Frage der Motivation.
    Wir macht ihr das? Wie motiviert ihr euch für euer Training?

    LG
    Johannes

    • CK

      Hallo Johannes!
      Danke für deinen Kommentar und vor allem für dein Lob! Das freut uns sehr! 🙂
      Die Motivation der einzelnen Personen ist so glauben wir immer sehr unterschiedlich, deshalb kommt diese Frage auch (so gut wie) in allen unseren Interviews vor. Ist immer sehr interessant zu hören, was die Menschen zu ihren Höchstleistungen antreibt.
      Bei uns persönlich stellt sich die Motivationsfrage so gut wie nie. Der Sport ist unser liebstes Hobby und der beste Ausgleich zum Bürojob. Es gibt nichts schöneres als die Freizeit draußen zu verbringen und sich in der Natur zu bewegen. Das ist unsere Motivation. 🙂
      Durch deinen Kommentar sind wir auch auf dich und deinen Blog aufmerksam geworden! Finden wir sehr spannend was du machst!
      LG Kathi & Christian

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