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Persönlicher Erfahrungsbericht Bikefitting Rennrad

Nachdem ich vom Bikefitting meines Zeitfahrrades in Michi’s Radladen so begeistert war, wollte ich auch unbedingt mit meinem Rennrad ein Fitting durchführen. Das haben wir im März dann auch gemacht. Nach gut 1.000 gefahrenen Rennradkilometern in der neuen Position ist es an der Zeit ein Fazit zu ziehen und euch von meinen Erfahrungen und vor allem den Veränderungen zu berichten.

Mein Rennrad

Mein Rennrad (ein Cannondale CAAD 10) habe ich nun mittlerweile schon fast 4 Jahre. Ich habe es im Jahr 2013 gekauft, kurz bevor ich meinen ersten Triathlon absolviert habe. Damals hatte ich überhaupt keine Ahnung von Rennrädern, es war auch mein allererstes Rennrad. Davor bin ich immer nur auf Mountainbikes gesessen. Dementsprechend „unüberlegt“ war der Kauf auch. Nichtsdestotrotz mag ich mein Rennrad und es ist für mich ein wichtiges Trainingsgerät, denn meine Trainingsausfahrten absolviere ich hauptsächlich darauf.

Das Rennrad Bikefitting

Trotzdem war es bei meinem Rennrad immer so, dass ich mich darauf nicht richtig wohl gefühlt habe. Das gipfelte im Höhepunkt im Sommer 2016. Hier holte ich mir von einer falschen Sitzposition eine Sehnenscheidenentzündung im Schienbein und bin dann danach monatelang gar nicht mehr auf mein Rennrad gestiegen. Grund genug es mit einem Bikefitting bei Michi zu versuchen…

Wie ein Bikefitting in Michi’s Radladen im Detail abläuft könnt ihr unter folgendem Link nachlesen.

Was im Zuge des Bikefittings bei mir konkret angepasst wurde:

  • Kürzerer Vorbau
  • Neuer Sattel (breiter, an Sitzbeinhöcker angepasst)
  • Neue Sattelposition (Neigung, Höhe, Horizontale)

Hört sich so kurz aufgelistet zwar nach wenig an, von meinem Gefühl her saß ich aber quasi auf einem neuen Rad. Die größte Veränderung war sicherlich der nun endlich passende Abstand vom Sattel zum Lenker. Früher hatte ich mich immer komplett strecken müssen um den Lenker überhaupt zu greifen. Anmerkung: die Rahmengeometrie (Männerrahmen) passt für mich eigentlich nicht wirklich, das wusste ich beim Kauf damals natürlich nicht.

Das erste Gefühl danach

Ich war sehr gespannt auf den ersten Test. Also packte ich mein Rennrad nach dem Fitting im März gleich wieder auf meine Walze und absolvierte die erste Einheit darauf. Ich saß oben, hatte ein angenehmes Gefühl, weil ich mich nicht mehr so nach vorne strecken musste und brachte auf einmal viel mehr Kraft auf’s Pedal. Ich prüfte meinen Puls und die Wattwerte. Und prüfte sie nochmals. Konnte das wirklich sein? Die Werte bestätigten mein Gefühl: ich konnte mit gleicher Anstrengung auf einmal mehr Watt treten!

Die längerfristige Erfahrung

Nach den kurzen Walzeneinheiten (60-75 Minuten) wurde mein Rennrad im April auf unserem 10-tägigen Trainingsurlaub dem ersten richtigen Härtetest mit längeren Ausfahrten (2,5-5 Stunden) unterzogen. Am Anfang war die Position und auch der kürzere Vorbau sehr ungewohnt. Doch schon bei der zweiten/dritten Ausfahrt hatte ich mich komplett daran gewöhnt. Ich konnte endlich normal (ohne mich komplett nach vorne zu strecken) zu den Schalt- und Bremshebeln greifen. 😉

Bei der dritten und vierten längeren Ausfahrt machte sich dann plötzlich mein unterer Rücken durch ziehende Schmerzen bemerkbar. Am Anfang war ich irritiert, wie konnte das sein? Das hatte ich doch nie gespürt und auch auf der Walze bei kürzeren Einheiten war das kein Problem. Ich merkte dann aber schnell, dass es nichts mit der Wirbelsäule, sondern mit der äußeren Muskulatur im Lendenwirbelbereich zu tun hatte. Meine Muskeln mussten sich erst an die neue Sitzposition gewöhnen. Die neue Sattelposition und der veränderte Abstand zum Lenker führten zu einer veränderten Neigung meines Rückens und das ließen mich meine Muskeln merken. Doch schon bei der sechsten längeren Ausfahrt wurde es besser und danach waren die Schmerzen komplett verschwunden.

Mein Fazit

Kleine Veränderungen können große Auswirkungen haben, dies gilt besonders beim Bikefitting. Mehr Leistung durch mehr Komfort: hört sich erst einmal sehr verlockend an, doch glauben tut man das ja eigentlich erst dann, wenn man es am eigenen Bike erfahren hat. Am meisten war ich wirklich verwundert, dass ich selber spürte plötzlich mehr Kraft aufs Pedal zu bringen. Ich kann jetzt ohne mich dafür mehr anstrengen zu müssen, stärker treten und dadurch macht es mir natürlich auch gleich wieder viel mehr Spaß. Für mich hat sich das Bikefitting also mehr als gelohnt. 🙂

About Tri Your Life

Tri Your Life
Tri Your Life ist das Herzensprojekt von Katharina Feuchtner und Christian Lehner aus Schleißheim bei Wels (Österreich). Wir sind zwei leidenschaftliche Hobbysportler und betreiben in unserer Freizeit diverse Ausdauersportarten und vor allem Triathlon. Wir teilen uns nicht nur unsere Wohnung und die Liebe zum Triathlon, sondern auch die Leidenschaft für das Schreiben und Fotografieren.

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