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Pedalritter der heutigen Zeit – extreme Distanzen für den guten Zweck

An seinem Arbeitsplatz, der Zentrale der Hofer KG in Sattledt, kennt man den 24-jährigen Dominik Böcksteiner als großen schlanken und sympathischen Kollegen, der seine Aufgaben korrekt erledigt. Doch erst nach Dienstschluss kann er sich seiner großen Leidenschaft widmen. Dominik ist begeisterter Radsportler mit Vorliebe für extreme Distanzen. Je länger und härter, desto besser, immer auf der Suche die eigenen Grenzen auszuloten. Doch er quält sich nicht nur für sich selbst, sondern er tut dies für andere Menschen, die das Schicksal hart getroffen hat. Er radelt für den guten Zweck, sammelt mit seinen extremen Projekten Spenden und unterstützt Familien. Im Jahr 2016 für das Projekt „Ride For Noah“.

Wir führten mit Dominik ein Interview über seine Leidenschaft für den Radsport, die Vorliebe für extreme Distanzen und was sich hinter dem Projekt „Ride For Noah“ verbirgt.

Du bist leidenschaftlicher Radfahrer, wie bist du zum Radsport gekommen?
Als Kind war ich bis zu meinem 12. Lebensjahr eher faul. Meine Eltern waren selber keine Sportler. Damals habe ich dann mit Freunden begonnen Sport zu treiben: Fußball, Schwimmen, Bergsteigen, Inlineskaten. Das waren meine Sportanfänge. Mit 14 Jahren, im Jahr 2005, habe ich mir dann selber einen Vorsatz gemacht: 1000km Radfahren. Gefahren bin ich aber damals nur bei Schönwetter. 😉 Das war der Ursprung meiner Begeisterung für das Radfahren. Kurze Zeit später kaufte ich mir mein erstes Rennrad und begann mit dem Straßenradsport.

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Dominik’s erster Radmarathon in der Wachau 2007

Wie bist du dann vom Hobbyradfahrer zum Radrennfahrer geworden?
Ungefähr eineinhalb Jahre nach meinem Rennradkauf fragte mich dann ein Freund, ob ich nicht für ein Team Rennen fahren möchte. Ich bekam die Amateur Lizenz und die Teamdress gestellt und wurde quasi ins kalte Wasser geworfen. Zu Beginn bestritt ich hauptsächlich Radmarathons und das Rennen fahren begann mir immer mehr Spaß zu machen.

Was war dein schönster sportlicher Erfolg?
Da gibt es sehr viele. Ganz besonders war aber der Sieg beim Race around Austria 2013 im 2er Team. Hier stellte ich gemeinsam mit meinem Teamkollegen Thomas Osbelt einen Streckenrekord auf, der bis heute nicht gebrochen werden konnte. Ein Jahr darauf gelang uns als Draufgabe die Titelverteidigung.

Race Around Austria 2013

Sieg beim RAA 2013

Was liebst du am Radfahren? Was ist deine Motivation um dich stundenlang auf’s Rad zu setzen?
Die unendliche Freiheit, die man am Rad verspürt und die Faszination am Fahren selbst. Aber auch das Wunder „Mensch“ und was der menschliche Körper leisten KANN wenn er WILL. Einzigartig ist auch das Gefühl für mich sich Ziele zu stecken, dann hart dafür arbeiten, um sich diese erfüllen zu können.

Wie sieht dein Trainingsalltag aus? Und wie kannst du das Training mit deinem Beruf vereinen?
Ich versuche 5 Tage in der Woche zu trainieren. Aber ohne Plan, ich halte nichts von Trainingsplänen und noch weniger von Trainingslagern. Ich nutze lieber den kalten Winter zuhause – der härtet mich ab! 🙂
Beruflich ist es für mich sehr gut kombinierbar, denn ich habe immer die gleichen Arbeitszeiten und habe so auch meine fixen Trainingszeiten.

Welchen Stellenwert hat der Sport in deiner Lebensgeschichte?
Ohne Sport kann ich mir meinen täglichen Alltag nicht mehr vorstellen. Der Sport ist immer wieder eine neue Herausforderung an mich selbst: mich zu motivieren, stark und stärker zu werden, in schwachen Tagen nach vorne schauen und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Ich muss immer wieder zu mir selbst sagen: Denk daran, warum du angefangen hast! Sport ist für mich Alltag, nimmt man mir den Sport nimmt man mir die Freude an meinem Leben.

Im Jahr 2016 radelst du für den guten Zweck und zwar für das Projekt „Ride For Noah“, was verbirgt sich genau dahinter?
Wir wollen Familien helfen, die das Schicksal hart getroffen hart. Hinter dem Projekt steht heuer die Familie des 5-jährigen Noah. Noah leidet an einem Gendeffekt am 18. Chromosom. Das Fehlen eines kleinen Stückes dieses Chromosoms wirkt sich negativ auf die kognitiven, sprachlichen und motorischen Fähigkeiten aus. Das heißt Noah kann sich nicht mittels Sprechen verständigen und auch die Aussicht auf selbstständige Fortbewegung ist äußerst gering. Wir wollen Noah’s Fortschritt unterstützen und seiner Familie mit Geld helfen, damit sie die teuren Therapien, Behandlungen, Salben, usw. bezahlen können. Diese werden leider von der Krankenkasse kaum übernommen.

Welche Aktionen habt ihr geplant, um Spenden zu sammeln?
Wir werden quer durch Österreich radeln, vom Bodensee zum Neusiedlersee, um auf die sonst nicht bekannten Schicksale und Krankheiten aufmerksam zu machen.
Durch das Radfahren und vor allem durch die extreme Distanz hoffen wir, mehr Aufmerksamkeit der Mitmenschen zu erreichen und dadurch auch mehr Unterstützer und Sponsoren zu finden.

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Glücklich im Ziel beim RAA 2014

Wie kann man euch unterstützen?
Jeder kann uns durch freiwillige Spenden unterstützen! Alle Informationen dazu findet man auf unserer Facebook Seite: https://www.facebook.com/RideForNoah

Warum radelt ihr genau für Noah?
Wir machen jedes Jahr ein Charity Projekt in dieser Art und jedes Jahr wird eine andere Familie unterstützt.

Was ist deine Motivation, dich für den guten Zweck einzusetzen?
Meine Motivation ist Mitmenschen zu helfen, denn ich bin gesund und fit. Daher kann ich mich für andere einsetzen. Viele Menschen sind gesundheitlich leider sehr eingeschränkt und so gebe ich ihnen das Gefühl von meiner körperlichen Herausforderung und schenke ihnen meine Leidenschaft für den Sport.

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210km MTB Marathon bei der Salzkammergut Trophy 2015

 

Fotos: privat

About Tri Your Life

Tri Your Life
Tri Your Life ist das Herzensprojekt von Katharina Feuchtner und Christian Lehner aus Schleißheim bei Wels (Österreich). Wir sind zwei leidenschaftliche Hobbysportler und betreiben in unserer Freizeit diverse Ausdauersportarten und vor allem Triathlon. Wir teilen uns nicht nur unsere Wohnung und die Liebe zum Triathlon, sondern auch die Leidenschaft für das Schreiben und Fotografieren.

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