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Suunto Spartan Sport Wrist HR im Test – Teil 2 optische Herzfrequenzmessung

Seit einigen Wochen ist die Suunto Spartan Sport Wrist HR* unser Begleiter im Alltag und Training. Über die allgemeinen Funktionen, den Tragekomfort, die Software, usw. haben wir bereits im ersten Teil unseres Testberichts berichtet. Nun folgt der für uns spannendste Teil: die optische Herzfrequenzmessung der Suunto Spartan Sport Wrist HR. Kann dies funktionieren? Unsere Erfahrungen und Empfehlungen haben wir nachfolgend für euch zusammengefasst.

Unseren Testbericht haben wir zur Übersichtlichkeit in zwei Teile aufgeteilt:
1. Teil: Allgemeine Funktionen, Alltagstauglichkeit, Software, Movescount
2. Teil: Optische Herzfrequenzmessung am Handgelenk

Allgemeines zur optischen HF-Messung (oHF-Messung) am Handgelenk

Die optische Herzfrequenzmessung ist eine sehr komfortable Messmethode, die sich an immer größerer Beliebtheit erfreut. Sie wird jedoch von vielen Faktoren beeinflusst. Neben den technischen Aspekten, wie beispielsweise Sensortechnik und Auswertungsalgorithmen, sind folgende Einflussfaktoren zu beachten:

  • Bewegungsabläufe während der Ausübung der Sportart (gleichmäßig oder ruckartig). Je gleichmäßiger die Bewegung desto genauer die oHF-Messung.
  • Die Durchblutung variiert von Person zu Person und kann bei kühlen Temperaturen oder in der kalten Jahreszeit beeinflusst werden und somit zu abweichenden Ergebnissen führen
  • Hauteigenschaften (dunkle Haut, Tattoos, starke Behaarung, Schweißbildung)
  • Handgelenk (Durchblutungseigenschaften, zartes Gelenk, Venen)

Suunto Spartan Sport Wrist HR optische Herzfrequenzmessung am Handgelenk

Auf Grund dieser vielen Einflussfaktoren kommt es bei jeder Person zu unterschiedlichen Ergebnissen. Für den einen mag die optische HF-Messung gut funktionieren, bei anderen wieder weniger. Deshalb ist unsere  Empfehlung die Messung individuell auszuprobieren und mit den Werten des Brustgurtes zu vergleichen. Wenn man nach HF-Zonen trainiert und auf eine exakte Messung wert legt, dann sollte der Brustgurt immer noch die erste Wahl bleiben. Eine Messung mit Brustgurt ist natürlich auch mit der Spartan Sport Wrist HR möglich.

Die optische Herzfrequenzmessung der Suunto Spartan Sport Wrist HR

Bei der Spartan Sport Wrist HR kommt die Technology der optischen Herzfrequenzmessung von Valencell zum Einsatz. Der amerikanische Hersteller von verschiedenen optischen Sensorentechnologien  ist einer der Marktführer und kann viel Erfahrung und starke Referenzen vorweisen.

Funktionsweise der optischen HF-Messung

Sportuhren mit optischer HF-Messung sind an der Unterseite des Uhrengehäuses mit Leuchtdioden und Fotozelle ausgestattet. Die blinkenden Leuchtdioden leuchten dabei ca. 3-4mm unter die Haut, wo das Licht vom Blut reflektiert wird. Durch die Reflektion des Lichtes wird das Volumen des Blutflusses in den Venen ermittelt und daraus wird mit einem Algorithmus der Puls ermittelt.

Suunto Spartan Sport Wrist HR optische Herzfrequenzmessung

Tipps bei Problemen mit der optischen HF-Messung

  • die Uhr immer schon VOR dem Anziehen der Sportbekleidung für das Training tragen
  • die Uhr am anderen Handgelenk ausprobieren
  • Den Sensor der Sportuhr regelmäßig reinigen (nach jedem Training mit Wasser abspülen)
  • Sonnen- und Hautcreme an der Messstelle aussparen
  • Uhr nicht direkt am Handgelenk sondern etwas weiter oberhalb anlegen (mehr Blutgefäße)
  • die Uhr muss fest, aber angenehm sitzen und darf nicht verrutschen

Erfahrungen beim Laufen

Unsere ersten Erfahrungen mit der Suunto Spartan Sport  Wrist HR sammelten wir beim Laufen. Der angenehme Tragekomfort machte sich auch beim Laufen bemerkbar. Das Display empfanden wir als sehr gut lesbar, egal ob bei Dämmerung, schlechtem Licht oder direkter Sonneneinstrahlung. Tippt man auf das Display während des Laufens, werden Uhrzeit und der Ladezustand des Akkus eingeblendet. Das empfanden wir als nützliches Feature.

Optische Herzfrequenzmessung beim Laufen

Wir haben die optische Messung parallel mit der Brustgurtmessung verglichen. Die Vergleichswerte mit dem Brustgurt zeigen grundsätzlich eher geringfügige Abweichungen an. Es bleibt hier zu erwähnen, dass es sich bei diesem Beispiel um einen gleichmäßigen Dauerlauf handelte mit relativ gleichmäßiger Vertikalbewegung der Arme.

Da die Elektroden des Brustgurtes direkt in Herznähe angelegt werden, reagiert die Uhr schneller bei Belastungswechsel und man erhält ohne große Verzögerung die Werte am Display der Sportuhr. Eine optische HF Messung reagiert dabei etwa um 1-3 Sekunden verzögert.

Messwertvergleich bei einem Dauerlauf

Suunto Spartan Sport Wrist HRGarmin Forerunner 920 XT mit Brustgurt

Der Durchschnittspuls stimmt überein. Bei der oHF Messung fällt ein Messfehler (180 Puls) auf, dieser ist nach einer Stehpause aufgetreten und die Uhr dabei am Handgelenk etwas verrutscht.

Erfahrungen beim Radfahren

Beim Radfahren testeten wir die Uhr auf unseren unterschiedlichen Rädern (Rennrad, Zeitfahrrad, Mountainbike). Schnell stellte sich heraus, dass die verschiedenen Positionen und deren Armhaltungen durchaus einen Einfluss auf die optische Herzfrequenzmessung haben.

Optische Herzfrequenzmessung beim Radfahren
Auf dem Zeitfahrrad und beim Rennrad fahren funktioniert die optische Herzfrequenzmessung laut unseren Erfahrungen am besten, da keine ruckartigen Bewegungen mit den Armen gemacht werden. Beim Mountainbike fahren bzw. langen Fahrten auf holprigem Untergrund, kann auf Grund der auftretenden Vibrationen zum Verrutschen der Uhr führen und die Messwerte eventuell verfälschen.

Messwertvergleich bei einer Radausfahrt

Suunto Spartan Sport Wrist HRGarmin Forerunner 920XT mit Brustgurt

Zu Beginn der Einheit sieht man, dass die Werte der oHF Messung noch zu niedrig waren. Dies kann durch ein längeres Tragen vor dem Starten der Trainingseinheit vermieden werden. Auch nach einer Pause beim Hälfte der Strecke sacken die Werte kurz ab, ehe sie sich wieder korrekt einpendeln.

Erfahrungen beim Schwimmen

Wir zählen nicht gerade zu den Fans mit einer Uhr am Handgelenk zu schwimmen und machen dies in unserem Trainingsalltag im Becken nur in Ausnahmefällen oder beim Freiwasserschwimmen. Wir haben aber trotzdem einige Trainingseinheiten mit der Uhr durchgeführt. Probleme hatten wir anfangs bei der Bedienung bzw. den Schwimmpausen. Hier hielt leider die Bedienungsanleitung nur spärliche Informationen bereit.

Sehr gut funktioniert die automatische Erkennung der unterschiedlichen Schwimmstile.

Optische Herzfrequenzmessung beim Schwimmen

Der Hersteller weist darauf hin, dass die Herzfrequenzmessung im Wasser beeinträchtigt sein kann (Link zum Artikel). Laut unseren Erfahrungen funktioniert die Messung beim Schwimmen zwar grundsätzlich, sollte aber eher nur zur groben Orientierung verwendet werden.

Unser persönliches Fazit zur optischen Herzfrequenzmessung

Die optische Herzfrequenzmessung funktioniert je nach Sportart mehr oder weniger gut. Gerade durch die individuellen Einflussfaktoren kann man sie aber nicht pauschal für jeden empfehlen. Möchte man aber auf den Brustgurt verzichten und steht der Komfort im Vordergrund, dann ist sie auf jeden Fall eine sehr gute Alternative. Sofern die Uhr einige Zeit vor dem Starten des Trainings getragen wird und während dem Training fest sitzt, waren die Werte in unseren Tests verlässlich. Das größte Problem war laut unseren Erfahrungen, wenn die Uhr am Handgelenk verrutscht und man es nicht gleich merkt (dann erhält man Ausschläge der Pulswerte nach oben oder unten).

Wir waren insgesamt trotzdem positiv überrascht. Denn vor dem Start unseres eigenen Tests hatten wir in (sozialen) Medien einige negative Erfahrungen gelesen. Dies können wir so nicht unterschreiben, denn je nach individuellen Erwartungen an die Uhr, kann auch die optische Herzfrequenzmessung (wenn man die Hinweise beachtet) eine zufriedenstellende Wahl sein.

*Das Produkt wurde uns zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung gestellt.

**Unser Bericht ist Teil der Blogparade, die Andreas vom Blog „Sportuhrenguru“ ins Leben gerufen hat.

About Tri Your Life

Tri Your Life
Tri Your Life ist das Herzensprojekt von Katharina Feuchtner und Christian Lehner aus Schleißheim bei Wels (Österreich). Wir sind zwei leidenschaftliche Hobbysportler und betreiben in unserer Freizeit diverse Ausdauersportarten und vor allem Triathlon. Wir teilen uns nicht nur unsere Wohnung und die Liebe zum Triathlon, sondern auch die Leidenschaft für das Schreiben und Fotografieren.

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