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Windschattenfahren – ein Appell an die Sportlichkeit

Das Windschattenfahren im Triathlon ist ein leidiges Thema. Es erhitzt die Gemüter und im Eifer des Gefechts fallen dann schon mal ein paar bissige Worte. Aber auch nach dem Bewerb liest man oft erzürnte Postings, Beiträge oder Kommentare. Und es ist verständlich, denn jeder will im Wettkampf sein Bestes geben und übt seinen Sport mit Hingabe aus. Auch uns beschäftigt das Thema und deshalb wagen wir eine persönliche Analyse.

Sportlichkeit und Fairness

Oberstes Gebot im Sport sind Sportlichkeit und Fairness. So haben wir es seit unserer Kindheit an immer vermittelt bekommen. Und genau das leben wir persönlich auch. Sein Bestes geben aber immer mit ehrlichen und fairen Mitteln kämpfen. Dazu gehört auch das Reglement seiner eigenen Sportart zu kennen und sich daran zu halten. Vor allem aber auch den Mitstreitern mit Respekt gegenüber zu treten. Sich gegenseitig zu helfen anstatt mutwillig zu bekämpfen.

Leider haben wir manchmal schon selbst miterlebt, dass statt einem fairen Miteinander ein böswilliges Gegeneinander herrscht. Gerade im Triathlon für uns absolut unverständlich, denn es ist eine Einzelsportart. Jeder gibt sein Bestes und im Ziel wird abgerechnet. Andere Athleten abzudrängen, unter Wasser zu drücken und ähnliches haben dabei absolut nichts verloren. Und dazu gehört genauso das Windschattenfahren.

Windschattenfahren birgt Unfallgefahren

Nicht nur Fairness, sondern auch die Gesundheit sollte oberste Priorität haben. Windschattenfahren birgt von Haus aus mehr Gefahrenpotential als den regelkonformen Sicherheitsabstand zu lassen. Erschwerend hinzu kommt, dass bei Zeit-bzw. Triathlonfahrrädern die Reaktionszeit aufgrund des Aerolenkers um einiges erhöht ist und das Abbremsen erst verzögert erfolgt. Auf Grund dieser Tatsache sollte sich jeder bewusst sein, dass man durch zu knappes Auffahren nicht nur sich selbst gefährdet, sondern auch den Vordermann und andere Athleten.

Keine Konsequenzen – keine Einsicht

In der Praxis ist es leider oft so: wenn man  keine Konsequenzen zu spüren bekommt, dann wird eifrig weiter gemacht. Im Rennverlauf kann man immer wieder beobachten wie Athleten absichtlich Windschattenfahren. Kommt ein Motorrad wird entweder schnell gebremst oder zum Überholen angesetzt. Hat das Verhalten dann keine Konsequenzen oder eben „nur“ eine Verwarnung, passiert folgendes: Sobald das Motorrad verschwunden ist wird weiter Windschatten gefahren.

Windschattenfahren – was dagegen tun?

Unserer Meinung nach gehört konsequent und mehr gestraft. Im Reglement steht es schwarz auf weiß. Was ist also der Grund nicht danach zu handeln? Wir sehen keinen. Und wenn es eben eine Gruppe von x Personen ist, die allesamt Windschatten fahren, dann muss auch jeder dieser Gruppe eine Strafe erhalten.

Windschattenfahren – Startprozedere

Die Problematik des Windschattenfahrens hängt unabdingbar mit dem Startprozedere zusammen. Gibt es nur einen gemeinsamen Startschuss für alle Athleten, dann ist das Windschattenproblem am größten. Denn dann kommen die größte Anzahl der Athleten gleichzeitig auf die Radstrecke und das Potential zum Windschattenfahren ist am höchsten. Am besten funktioniert es (nach unseren Beobachtungen) bei weit auseinander liegenden Wellenstarts (z.B. wie beim ehemaligen Mondsee Triathlon oder auch beim Braunauer Sprinttriathlon, wo die Wellen nach Geschlechter getrennt und mit weitem Abstand von über 10 Minuten gestartet werden).

Windschattenfahren – die Entwicklung

Wie wir alle wissen, steigen die Teilnehmerzahlen bei Triathlonbewerben Jahr für Jahr. Logische Konsequenz daraus ist, dass mehr Athleten gemeinsam auf der Radstrecke sind und dadurch das Potential zum Windschattenfahren größer wird. Hier würde durch mehrere Minuten getrennte Wellenstarts auch Besserung bringen.

Ob es nun an den steigenden Teilnehmerzahlen liegt oder es andere Gründe zum Windschatten fahren gibt, der Ursprung liegt immer im Athleten selbst und seiner Einstellung. Wenn ich als Athlet mit fairen Mitteln kämpfen will, dann fahre ich nicht Windschatten.

Unser persönliches Fazit

Triathlon ist ein Einzelsport. Jeder will sein Bestes geben. Alle Sportler haben einen (gewissen) Ehrgeiz in sich. Doch dabei sollte nicht auf die Grundprinzipien des Sports und auf die Bestimmungen des Reglements vergessen werden. Kämpft gegen euren inneren Schweinehund aber bekämpft nicht eure Gegner und vor allem kämpft mit fairen Mitteln.

Weitere Informationen zum Reglement (ÖTRV-Sportordnung) gibt es hier zum Nachlesen.

About Tri Your Life

Tri Your Life
Tri Your Life ist das Herzensprojekt von Katharina Feuchtner und Christian Lehner aus Schleißheim bei Wels (Österreich). Wir sind zwei leidenschaftliche Hobbysportler und betreiben in unserer Freizeit diverse Ausdauersportarten und vor allem Triathlon. Wir teilen uns nicht nur unsere Wohnung und die Liebe zum Triathlon, sondern auch die Leidenschaft für das Schreiben und Fotografieren.

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