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Zwischen Beruf, Training, Verein und Privatleben – Obfrau mit großem Herzen für den Triathlonsport

Die Braunauerin Nicole Jankowski ist durch einen Bekannten, den sie 2011 beim Ironman 70.3 in St. Pölten angefeuert hat, zum Triathlonsport gekommen. Groß war die Neugier selbst einen Triathlon auszuprobieren. Kurz danach stand sie in Obertrum über die Ultra-Sprintdistanz am Start und war sofort mit dem Triathlonfieber infiziert. Der Beitritt zum Triathlon ATSV Braunau erfolgte kurz darauf. Seither hat sie nicht nur an zahlreichen Triathlonbewerben teilgenommen, seit 2014 ist sie mit ihren 35 Jahren auch Obfrau des Vereins. Neben der Vereinsführung zählt auch die Organisation zweier Veranstaltungen zu ihren Aufgaben.

Wir führten mit Nicole ein Gespräch über ihre Begeisterung für den Triathlonsport, ihre Aufgaben im Verein und wie sie das alles mit ihrem Beruf und Privatleben vereinbaren kann.

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Was sind deine Aufgaben als Obfrau des Triathlonvereines?
Die ganze Organisation des Vereins besteht aus vielen kleinen Aufgaben, wie z.B. Lizenzen lösen und Informationen verteilen. Dazu kommt während der Saison die Pressearbeit via Facebook und Zeitungen. Ist die Saison vorbei gehts auch schon mit den Vorbereitungen für unseren Triathlon los: Sponsorensuche, Anmeldung der Veranstaltung, Werbung, Flyer, Ausschreibung, Helfer T-Shirts, Schwimmkappen, Athletengeschenk, Zeitnehmung, Fotoservice, Helfer,… Die Liste ist fast endlos lang, Rennleiter Klaus Wesp behält den Überblick.

Was motiviert dich für diese Aufgaben?
Die Athleten fühlen sich dem Verein zugehörig und wir treten als Gruppe auf. Man trifft sich bei den diversen Veranstaltungen und freut sich über die Erfolge der Kolleginnen und Kollegen. Ich finde es immer wieder toll, was jeder einzelne leistet. Da kann ich nur sagen: Hut ab vor unseren Athleten! Vor allem, wenn mir die Herren aus den höheren Altersklassen davonflitzen. 😉

Seit 2014 bist du Obfrau des Triathlon ATSV Braunau. Euer Verein hat schon eine lange Tradition.
Ende der 80er bestritten einige Athleten des ATSV Braunau die ersten Triathlons als Einzelkämpfer. Unter ihnen reifte die Idee, eine an den ATSV Braunau angehängte „Sektion Triathlon“ zu gründen, was 1990 geschah. Man wollte als Gruppe auftreten, in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und erhoffte sich dadurch auch bessere Trainingsbedingungen. Aus der „Sektion Triathlon“ wurde letztes Jahr ein eigenständiger Verein gegründet. Als Anlehnung an die Entstehungsgeschichte heißt dieser „Triathlon ATSV Braunau“, ist aber vom ATSV Braunau unabhängig. Für den neuen Verein wurde ich in der Gründungssitzung zur Obfrau gewählt. Der damalige Sektionsleiter Klaus Wesp ist nun Kassier und Rennleiter des Braunauer Sprinttriathlons.

Mannschaftsfoto um 2000

Vor welche Herausforderungen wirst du als Obfrau gestellt?
Während der Saison bin ich selbst oft unterwegs. Da fällt es einem bei so vielen Veranstaltungen manchmal schwer den Überblick zu behalten, wer wann wo welches Ergebnis erzielt hat. Da heißt es up to date bleiben und trotzdem die eigenen Ziele nicht aus den Augen verlieren.

Die Triathlonvorbereitungen können schon mal anstrengend werden, da man für einige Aufgaben einen langen Atem braucht. Das ist neben Beruf, Training und Privatleben manchmal schwer unterzubringen. Aber die Motivation überwiegt und das positive Feedback der Athleten, der tolle Einsatz unserer Helfer sowie die Unterstützung unserer großteils langjährigen Sponsoren wiegt das alles auf. Dass der Startschuss vom Bürgermeister persönlich ausgeführt wird und er voll hinter der Veranstaltung steht, ist das Tüpfelchen auf dem i.

Wie sieht das Vereinsleben bei euch aus?
Vom Weltmeister über ambitionierte Hobbysportler und Anfänger bis zu den Jüngsten, bei uns ist alles zu finden und jede/r willkommen! Unser ältestes Mitglied ist 74, unser jüngstes gerade mal 6 Jahre alt. Jede/r kann diesen Sport ausüben, egal wie alt man ist und welches Ziel man verfolgt.
Die Stadt Braunau ermöglicht uns einen vergünstigten Eintritt in das Braunauer Hallen- und Freibad, die Differenz übernimmt der Verein. Drei mal pro Woche kann zu fixen Zeiten trainiert werden. Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung!

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Euer Triathlon hat ja schon eine lange Tradition (22 Jahre), damit war der Bewerb einer der ersten in Österreich. Hat der Triathlon von Anfang an in dieser Form stattgefunden?
Die damaligen Gründungsmitglieder beschlossen, einen Triathlon zu veranstalten, um die Sportart populärer zu machen. Der 1. Braunauer Triathlon fand 1994 statt. Damals erreichten 74 Athleten das Ziel, und genauso viele Helfer waren für die Durchführung der Veranstaltung nötig. Die Helferanzahl ist heute noch die gleiche, die Sportart ist jedoch nicht mehr so unbekannt wie sie damals war. In den letzten Jahren hat sich die Teilnehmeranzahl vervierfacht. Wer hätte das damals gedacht?

Die Strecke selbst ist bis auf Ausnahmen gleich geblieben: so konnten wir in einigen Jahren auch die interessante Streckenführung über den Ranshofner Schloßberg ermöglichen, sogar ein grenzüberschreitender Triathlon mit Lauf über die Innbrücke nach Deutschland fand schon statt.

Josef Bichler Ferdinand Starzengruber Hans Jörg Hager Linz Langdistanz 1998

Seit letztem Jahr organisiert ihr auch den „Inn obi-auffi Lauf“. Dies ist aber keine „normale“ Laufveranstaltung mit Zeitnehmung und Siegern. Wie ist die Idee dazu entstanden?
Beim Lauftreff mit Vertretern des TSV Simbach und des LC Geinberg haben wir die Idee eines gemeinsamen Trainigslaufes der Vereine am Inn geboren. Die Strecke des „Inn obi-auffi Laufs“ mit ihren 23km ist für viele in der Region eine beliebte Halbmarathon-Trainingsdistanz, zudem verbindet sie die Grenzgebiete. Auch eine 11km lange Strecke „Inn-auffi“ wird angeboten. Da gemeinsames Laufen bekanntlich noch mehr Spaß macht, haben wir beschlossen auch andere Vereine und Interessierte einzuladen. Der Lauf ist heuer am 22. November und stellt einen Saisonabschluss ohne Zeitnehmung und Wettkampfgedanken dar. Für die Läufer entsteht keine Teilnahmegebühr. Viele haben trotzdem eine Spende hinterlassen und da der Grundgedanke der Veranstaltung auch kein finanzieller war, haben wir uns entschlossen, das Geld zu spenden und dieses – wie auch die Strecke – zwischen Österreich und Deutschland aufzuteilen.

Welche sportlichen Herausforderungen stehen noch auf deiner Wunschliste?
Bei jedem Triathlon in Österreich einmal am Start gestanden zu sein, egal über welche Distanz. Da habe ich aber laut unserem ältesten Mitglied noch fast 40 Jahre Zeit!

Welchen Stellenwert hat der Sport in deiner Lebensgeschichte?
Ich hatte als Kind die Möglichkeit viele Sportarten auszuprobieren, bis die faulen Jahre begannen. Als ich die Notwendigkeit von Sport wieder sah, ging’s vom Bogenschießen über Klettern und Bergsteigen aus Neugier zum Triathlon. Mir gefällt die Vielfältigkeit der drei Einzelsportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen. Auch wenn es nicht immer Bestzeiten sind, hält mich das Training fit und es bleibt noch Luft nach oben.

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Fotos: Nicole Jankowski (privat), Tri Your Life

About Tri Your Life

Tri Your Life
Tri Your Life ist das Herzensprojekt von Katharina Feuchtner und Christian Lehner aus Schleißheim bei Wels (Österreich). Wir sind zwei leidenschaftliche Hobbysportler und betreiben in unserer Freizeit diverse Ausdauersportarten und vor allem Triathlon. Wir teilen uns nicht nur unsere Wohnung und die Liebe zum Triathlon, sondern auch die Leidenschaft für das Schreiben und Fotografieren.

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