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Schwimmhilfen – sind Paddles & Co sinnvoll?

Paddles, Pullbuoys, Kurzflossen & Co sind für viele Triathleten zum unverzichtbaren Begleiter für das Schwimmtraining geworden. Allerdings stellt man sich die Frage, ob diese nicht zu oft und vor allem zu früh eingesetzt werden? Gerade im Anfängerbereich oder nach längeren Trainingspausen, z.B. direkt nach der Off-Season, sollte der intensive Einsatz von Paddles & Co überdacht werden. Daher möchten wir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse im Umgang mit Schwimmhilfen etwas näher bringen.

Kopfposition Schwimmen



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Aufbau des Schwimmtrainings

Als wir vor über zehn Jahren mit dem regelmäßigen Schwimmtraining begonnen haben, hatten wir rückblickend Dank unserer kompetenten Trainer, außer das Schwimmbrett zum Üben des korrekten Beinschlages, überhaupt keine Schwimmhilfen in Verwendung. Erst ab dem zweiten Jahr kamen Flossen hinzu und im dritten Jahr Paddles und Pullbuoy. Der Ansatz der Schwimmtrainer war, die Wasserlage sowie technische Aspekte mit dem eigenen Körpergefühl zuerst einmal aufzubauen. Die sukzessiv entwickelten Schwimmmuskeln sollten erst nach einer soliden Aneignung der Schwimmtechnik mit Paddles zusätzlich trainiert werden. Gerade die Druckphase im Unterwasserzug konnten wir dadurch verbessern. Allerdings dauerte das eine Zeit, bis wir gegen die vergrößerte Handfläche einen ordentlichen Druck nach hinten brachten. Daher sollte der Fokus unserer Meinung nach bei Anfängern in den ersten zwei Jahren, unter spärlichem Einsatz von Schwimmhilfen, auf die Entwicklung der Wasserlage und Technik liegen.

Im Fokus: das eigene Körpergefühl

Besonders für spät berufene Triathlon Einsteiger kann ein zu intensiver Einsatz von Schwimmhilfen hinderlich für die Entwicklung der wichtigsten Komponenten beim Schwimmen sein, wie beispielsweise die Erlangung einer horizontalen Wasserlage oder eines konstruktiven Armzuges vom Wasserfassen bis hin zur Druckphase. Dabei verlassen sich viele Athleten zu sehr auf die Ausrüstung am Beckenrand und vergessen oft auf ihr Körpergefühl.

Wie z.b. beim Pullbuoy-Schwimmen, das eine verbesserte Wasserlage hervorruft. Bei zu intensivem Gebrauch verlernen wir unsere Körperhaltung selbstständig zu korrigieren und auszugleichen. Schwimmen wir also im Training hauptsächlich mit Pullbuoy, werden wir unsere Mühe haben am Renntag ohne Neopren-Anzug zu schwimmen. Dann kommt oft das Gefühl der Schwere, denn unsere Beine sinken zu stark ab, waren wir nur die horizontale Wasserlage durch den Pullbouy gewohnt. Wer also große Teile seines Schwimmprogrammes mit Pullbuoy gestaltet, wird es sehr schwer haben eine natürliche horizontale Körperhaltung im Wasser zu entwickeln.

Kathi Schwimmfoto mit Uhr

Wofür Paddles & Co wirklich gedacht sind…

Die Schwimmhilfen sollen die technischen Aspekte beim Schwimmtraining unterstützen, also die Potentiale des Schwimmers stückchenweise zu verbessern. Das Erreichen wir mit unseren
Tools vorerst mit ihrer „übertriebenen“ Wirkungen, wie z.b. einer erhöhten Wasserlage mit Hilfe eines Pullbuoys. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei nicht in der permanenten Nutzung
dieser Werkzeuge, sondern im bedachten Einsatz!

Schwimmhilfen gehören dazu

Zur Basisausstattung gehören das Schwimmbrett und die Kurzflossen. Allein mit diesen beiden Schwimmhilfen bieten sich eine Vielfalt an Übungen an.  Sei es das isolierte Training der Beinarbeit, die Verbesserung der Technik des Beinschlages oder auch das Erzeugen eines stärkeren Vortriebs mit den Kurzflossen. Schwimmbrett und Kurzflossen können unabhängig von der Leistungsstärke eingesetzt werden.

Schwimmhilfen

Bedacht ist aber dort geboten, wo sich Bewegungsmuster beim Einsatz von Trainingsmitteln zum eigenen Nachteil verändern könnten. Dies trifft vor allem auf ein Zubehör zu: Paddles. Häufig sehen und hören wir, dass das Training mit Paddles zur Verbesserung der Kraftausdauer eingesetzt wird. Hier muss man aber wissen, dass sich Kraftausdauerleistungen auf Streckenlängen bis zu einer Belastungsdauer von maximal zwei Minuten beschränken. Allein deshalb darf die Trainingsstrecke zur Verbesserung der Kraftausdauer eine Länge von maximal 150 Metern kaum überschreiten. Das wird aber in der Praxis oft so nicht umgesetzt. D.h. beim Schwimmen mit Paddles eigenen sich kurze Intervallstrecken von 25 bis maximal 100 Meter Länge am besten, um den Krafteinsatz auf einem guten technischen Niveau realisieren zu können.

Einsatz von Paddles

Paddles führen wegen der Vergrößerung der Antriebsfläche logischerweise zu einem erhöhten Kraftaufwand. Das heißt aber nicht: je größer die Fläche der Paddles, umso mehr Kraft wird entwickelt. Ist die Fläche der Paddles nämlich zu groß, kann man keinen technisch sauberen Zug mehr durchführen. Die Gefahr, mit nachlassender Kraft vom optimalen Weg in der Unterwasserphase abzuweichen wächst mit jedem geschwommenen Meter. Die Wahl der passenden Größe der Paddles ist demzufolge eine leistungsentscheidende und sehr wichtige Komponente für ein erfolgreiches Schwimmtraining.

Tipps für die Auswahl von Paddles

Je größer desto mehr Kraft? Diese Formel funktioniert wie oben erklärt in der Praxis nicht. Sind die Paddles zu groß und der Unterwasserzug kann nicht mehr korrekt ausgeführt werden, dann leidet die eigene Technik zusehends. Nicht selten sieht man, dass es zu einer Verlangsamung des Zugverlaufs kommt. Wird dann dieses Bewegungsmuster in das normale Schwimmen übertragen, hat man mehr Schaden als Nutzen produziert. Paddles sollen daher die eigene Handfläche nur geringfügig überragen.

Schwimmhilfen Paddles

Must-Have Fingerpaddles

Wir greifen daher viel lieber zu Fingerpaddles. Habt ihr diese noch nicht im Einsatz, unbedingt ausprobieren. Denn Fingerpaddles haben den Vorteil, dass man durch die leicht vergrößerte Abdruckfläche, sofort ein Feedback über den Zugverlauf und die Druckverhältnisse bekommt. Zusätzlich kann man die gewohnte Zugfrequenz beibehalten. Ein weiterer Vorteil ist, dass Fingerpaddles auch bei technischen Übungen oder anderen Lagen als Kraulen eingesetzt werden können.

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Zielsetzung des Trainings

Bei allen Möglichkeiten, die der Einsatz von den verschiedenen Schwimmhilfen bietet, so muss immer das angepeilte Ziel der Trainingsinhalte im Fokus  stehen. Was ist deine Zielsetzung? Wie hast du bisher die Schwimmhilfen eingesetzt? Was willst du konkret an deiner Schwimmtechnik verbessern? Bekommst du regelmäßiges Feedback von einem Trainer?

Unserer Meinung nach ist es gerade beim Schwimmen unumgänglich sich regelmäßig Unterstützung von einem Schwimmtrainer zu holen. Gerade für das Verbessern und Festigen der Schwimmtechnik braucht es ein geschultes Auge vom Beckenrand, Unterwasseraufnahmen vom eigenen Schwimmen und einen stufenweisen Umsetzungsplan mit dem bedachten Einsatz von Schwimmhilfen.




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About Tri Your Life

Tri Your Life
Tri Your Life ist das Herzensprojekt von Katharina und Christian Feuchtner aus Schleißheim bei Wels (Österreich). Wir sind zwei leidenschaftliche Hobbysportler und betreiben in unserer Freizeit diverse Ausdauersportarten und vor allem Triathlon. Wir teilen nicht nur die Liebe zum Sport, sondern auch die Leidenschaft für das Schreiben und Fotografieren.

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