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Barbara Tesar – „Ich merke, dass unser Team zusammenrückt.“

Barbara Tesar ist nicht nur seit vielen Jahren erfolgreiche Triathletin, sondern auch selbstständig als Head of IstriaBike. Viele Rennradfahrer und Triathleten pilgern seit Jahren im Frühling nach Istrien, um die Campwochen mit dem Istriabike Team zu verbringen. In den letzten Jahren ist der begeisterte Kundenstamm von Istriabike stets gewachsen. Heuer steht Barbara mit ihrem Team vor einer großen Herausforderung, denn Ende März wären die Camps gestartet…

Barbara Tesar Istriabike Camp




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Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf dein Privatleben?

Ich gehe nur für wirklich wichtige Dinge hinaus unter Menschen – wie hoffentlich jeder. Ansonsten allein zum Laufen oder mit unserem Hund hinaus. Zumindest kommen jetzt Dinge zum Zug, die zu Hause in Haus und Garten schon lange liegen geblieben sind. Die versuche ich nun endlich in meiner Freizeit zu erledigen.

Und fast 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche mit meinem Partner Kurt zu Hause zusammen zu sein ist ungewohnt, aber auch eine gute Probe ;-).

Wie gestaltest du aktuell dein Training?

Ich versuche so viel wie möglich Indoor Rad zu fahren, meistens auch als MeetUp mit unseren Kunden und Freunden virtuell. Bei schönem Wetter auf der Rolle zu fahren begeistert mich zwar nicht, aber es ist ein kleiner Beitrag den ich leisten kann. Es geht darum die Unfallgefahr zu minimieren, damit einfach keine unnötigen Kapazitäten im Gesundheitssystem gebraucht werden. Das muss aber jeder für sich entscheiden. Aber ich fühle mich darin bestätigt, wenn Ärzte und Menschen im Gesundheitswesen sich dafür bedanken.

Ansonsten hab ich mir aus einem alten Fahrradschlauch ein Zugseil gebastelt, mache vermehrt Stabi- und Core-Training und gehe ein bisschen mehr laufen, was mir nicht schadet. Aber ich muss auch zugeben, dass mich die aktuelle Situation nicht extra zum Training motiviert, da einfach viele andere Dinge in meinem Kopf herumschwirren, die jetzt wichtiger sind.

Barbara Tesar Istriabike Profilbild

Wie trifft dich die Situation in deiner Selbstständigkeit?

Sie trifft mich und uns sehr. Da die IstriaBike-Camps ein reines Saisongeschäft sind und unsere Saison wäre am 25.3. gestartet und läuft bis Mitte Mai. Und langsam realisiere ich immer mehr, dass ich in diesem Jahr auf sehr hohen Kosten von diversen Bestellungen für unsere Saison sitzen bleiben werde. Jedoch auf der anderen Seite so gut wie nichts reinkommen wird. Ein Jahr nichts zu verdienen und laufende Kosten bedienen zu müssen ist schon bitter. Ich kann das auch nur deshalb halbwegs abfedern, weil ich in den letzten Jahren gut gewirtschaftet habe und immer Geld für unvorhersehbare Notfälle in der Firma gelassen habe.

Für mich persönlich wäre es das Schlimmste, wenn ich Lieferanten, Dienstleister und Mitarbeiter nicht mehr zahlen könnte. Da würde ich mein Gesicht verlieren. Aber das kann ich zum Glück in dem Jahr gerade noch irgendwie abfedern. Kundengelder sind bei uns als Reiseveranstalter natürlich auch über das Bundesministerium verpflichtend abgesichert, da sie ja bezahlt werden bevor der Kunde eine Leistung erhält. Wir sind auch gerade dabei sämtliche Kundengelder für Anreisen bis Ende April rückzuüberweisen.

In den letzten Tagen mussten wir nämlich mehr als 700 Kunden in den ersten fünf Campwochen absagen. Aber sämtliche Bestellungen für unsere Saison wie 5000 X-Sport Powercakes, 1000 Radtrikots und -hosen, 2000 Trinkflaschen und vieles mehr sind bereits geliefert worden. Das war die bisher schlimmste Zeit meiner beruflichen Karriere und meiner Firma, die ich seit 14 Jahren habe.

Unsere Kunden reagieren sehr unterschiedlich. Von vollstem Verständnis und Unterstützung (mit direkten Umbuchungen für 2021, Verzicht auf Rückzahlung ihrer Anzahlung) unserer Stammkunden bis hin zu völligem Unverständnis mit Beschimpfungen.Wir schauen und hoffen, ob vielleicht die letzten Frühjahrs-Campwochen noch durchführbar sein werden und legen unseren Fokus auf unsere Herbstsaison im September und unsere Premium-Reise IstriaBike&Boat (Inselhüpfen mit dem Rennrad in der kroatischen Riviera).

Wie gehst du damit um?

Wir versuchen unseren Kunden als Service trotzdem ein kleines Programm für zu Hause zu bieten. Beispielsweise Vorschläge für Rollenprogramme und gemeinsame Ausfahrten auf Zwift (MeetUps). Das wird auch gut angenommen und ist sehr abwechslungsreich. Weitere Videos mit Fitness-Übungen braucht es wohl nicht, da gibt es mittlerweile ja auch schon sehr viele auf sämtlichen Social Media Kanälen.

So schlimm die aktuelle Situation ist, darf man aber seinen Humor nicht verlieren, deshalb haben wir die #homefitchallenge ins Leben gerufen. Eine nicht ganz ernstzunehmende Challenge auf Social Media, wo wir von IstriaBike auf selbstironische Weise in kurzen Videos und Fotos zeigen, wie wir uns zu Hause fit halten. Es ist natürlich jeder eingeladen unter dem Hashtag #homefitchallenge mitzumachen.

Daneben bieten wir unseren Kunden einen Webshop (shop.istriabike.com) mit attraktiven Rad-Outifits und Ostergeschenken. Sowie mit IstriaBike Training professionelle Trainingsplanung von meinem Mitarbeiter und Top-Triathlet Sebastian Czerny und mir.

Barbara Tesar Istriabike Team

Welche Chancen siehst du durch die Krise?

Jede Krise ist auch eine Chance und macht Platz für neue Ideen oder um Dinge anders zu sehen. Zumindest glaub ich das. Ich merke, dass unser Team weiter zusammenrückt. Geschäftspartner einen unglaublich unterstützen wie zum Beispiel Georg Swoboda und Mark Capek vom X-Sport-Worldstore, die uns kurzerhand mit der #riegelchallenge über Social Media helfen die 5000 bestellten Riegel zu verkaufen. Das ist großartig.

Wir sind auch gerade noch dabei das Angebot unseres Herbstprogramms bei IstriaBike weiter auszubauen. Herbstradeln in Porec ist einfach ein Traum. Die farbenfrohe Landschaft, das glasklare, warme Meer und vor allem die herrlichen Temperaturen. In nächster Zeit werden wir Pakete rund um den Istria300 (Radmarathon) anbieten. Und wir haben derzeit noch ein paar freie Kabinen bei IstriaBike&Boat im Angebot.

Weiters entstehen auch neue Ideen, wie die Zwift MeetUps mit unseren Kunden, die richtig viel Spaß machen.

Barbara Tesar Istriabike Beitragsbild




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About Tri Your Life

Tri Your Life
Tri Your Life ist das Herzensprojekt von Katharina und Christian Feuchtner aus Schleißheim bei Wels (Österreich). Wir sind zwei leidenschaftliche Hobbysportler und betreiben in unserer Freizeit diverse Ausdauersportarten und vor allem Triathlon. Wir teilen nicht nur die Liebe zum Sport, sondern auch die Leidenschaft für das Schreiben und Fotografieren.

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