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Georg Enzenberger: „Was hat dich motiviert Triathlon-Profi zu werden?“

Georg Enzenberger lebt in Eferding und startet seit kurzem als Triathlon-Profi. Doch wer jetzt denkt, sein Profi-Dasein wäre ein Fulltime-Job, der irrt. Georg Enzenberger arbeitet nebenbei noch als Produktentwickler für eine Großbäckerei. Der 26-jährige Eferdinger erfüllte sich mit einer Profilizenz dennoch einen Traum, den er seit heuer so richtig auslebt.

Georg Enzenberger Triathlon
Fotocredit: Paul Higgins

Georg Enzenberger: Was hat dich motiviert Triathlon-Profi zu werden?

Als ich im August 2015 meinen ersten Triathlon gemacht habe war es auf jeden Fall nicht meine Absicht, mal als Profi zu starten. Aber im Laufe der Zeit habe ich schon gemerkt, dass ich ganz gut unterwegs bin und nachdem ich mich immer mit den Besten messen möchte, kann mir dann schon die Idee, eventuell einmal die Profilizenz zu lösen. Nachdem Hawaii 2019 auch wieder so gut gelaufen ist, habe ich dann entschieden, 2020 als Profi zu starten, woraus ja leider nichts geworden ist. Dafür konnte ich ja heuer schon zwei topbesetzte Rennen bestreiten und dabei viele Erfahrungen sammeln.

Wer sind deine Unterstützer, die du nicht mehr missen möchtest?

Natürlich an erster Stelle meine Familie, die mich immer bestmöglich unterstützt. Nicht zu vergessen mein Trainer Thomas Doblhammer, meine Trainingspartner Paul Ruttmann und mein Bruder Martin, Physio Feili, sowie die OÖTRV Schwimmgruppe. Ohne dieses Umfeld wäre so manches wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Ohne meine Sponsoren, wie „Schuller ehklar“, der gleichzeitig unser Teamsponsor ist, wäre es schwierig alles zu finanzieren, da Triathlon ja doch ein eher finanzintensiver Sport ist 😉. Da freut es mich umso mehr, dass sie mich auch in dieser schwierigen Zeit alle weiter unterstützen und mir helfen, meinen Weg zu gehen.

Wie hast du dein erstes Profirennen heuer in Dubai miterlebt und wie fühlt es sich an Profi zu sein?

Eigentlich gibt es keine großen Unterschiede als Profi, außer, dass man sich bei der Registrierung, beim Check-In etc. nicht anstellen muss. Ansonsten war in den Tagen davor nicht wirklich ein Unterschied zu meinen bisherigen Rennen. Ich war eigentlich auch nicht nervöser als sonst. Beim Rennen selbst macht es dann ohnehin keinen Unterschied mehr, wer neben einem schwimmt oder läuft, da muss man dann sowieso sein Ding machen.

Für mich hat sich auch so nicht wirklich viel verändert mit der Profi-Lizenz, ich gehe trotzdem noch gerne arbeiten, trainiere genauso gerne wie vorher und ich sehe Triathlon auch nach wie vor als mein Hobby. Durch den Profistatus habe ich etwas mehr Freiheiten in der Saisonplanung, da ich bis ein Monat vor den Bewerben melden kann, was schon praktisch ist da man sich nicht ein ganzes Jahr im Voraus auf seinen Hauptwettkampf festlegen muss.

Nach deinem 28. Platz beim Ironman 70.3 St. George hat man aus deinem Posting eine Enttäuschung herauslesen können. Warum?

Da muss ich jetzt kurz etwas ausholen 😉. In Dubai habe ich den Start komplett verhaut und war nach 100m gefühlt ganz am Ende des Feldes und musste mich dann erst bei den schlechteren Schwimmern vorbei arbeiten, um noch halbwegs den Anschluss bei einer Schwimmgruppe zu haben. Das hat mir in Dubai sicher eine bessere Platzierung gekostet, da ich dadurch auch am Rad den Anschluss zur großen Spitzengruppe nicht mehr geschafft habe. Das war für mich nach Dubai nicht so schlimm, da ich es beim nächsten Mal einfach besser machen wollte und das restliche Rennen ja gut war und meine Leistung auch echt gepasst hat.

Was genau hätte besser laufen können?

Beim 70.3 in St. George wollte ich den Start folglich natürlich besser hinbekommen, um im besten Fall mit der ersten Gruppe mit zuschwimmen. Das ist mir auch gelungen, ich bin richtig gut weggekommen und hatte dann nach 150 oder 200m eine Art Panikattacke, sodass ich zwischenzeitlich fast komplett gestanden bin. Ich habe dann relativ lange gebraucht, bis ich wieder in meinen Rhythmus gefunden habe und wieder ein halbwegs gutes Tempo schwimmen konnte. Da war die Enttäuschung dann schon groß nach dem Rennen, da ich mir sehr sicher bin, dass ich an dem Tag das Vermögen gehabt hätte, um in der ersten Schwimmgruppe mit zuschwimmen, was folgend auch einen anderen Rennverlauf an sich bedeutet hätte.

Beim Radfahren ist mit dann in der letzten 10km langen Abfahrt Richtung T2 bei einem Schlagloch noch die Kette runtergesprungen und hat sich genau zwischen Kurbel und Kettenblatt verklemmt, sodass ich stehen bleiben musste, um das zu richten. Das hat mir nochmals in etwa 1,5 Minuten gekostet und ich war dadurch auch auf der Laufstrecke zu Beginn komplett im Niemandsland und hatte keinen Anhaltspunkt, wie ich unterwegs bin. Alles in allem war meine Leistung sicherlich ganz gut, aber zufrieden war ich halt auch nicht.

Leidet dein Selbstvertrauen darunter, wenn du mal deine persönlichen Erwartungen nicht erfüllst?

Da habe ich kein Problem würde ich sagen. Natürlich habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was ich anders machen muss oder kann, da das Schwimmen jetzt bei beiden Bewerben nicht so funktioniert hat, wie ich es mir vorgestellt hätte, aber darunter leidet mein Selbstvertrauen nicht. Davon habe ich genug 😉.

Viele denken, wenn sie das Wort „Profi“ hören an: „eat-train-sleep-repeat“. Wie kann man sich einen Tagesablauf bei dir vorstellen?

Ganz so einfach ist es nicht, zumindest nicht für mich. Ich arbeite hauptberuflich 20h als Produktentwickler bei der Firma Guschlbauer Backwaren und das hat bei meiner Tages- bzw. Wochenplanung auch Priorität, sprich Thomas plant dann das Training auf Grund der verfügbaren Zeit. Ich habe da sicher das Glück, dass ich mir meine Arbeitszeiten selbst einteilen kann, was sicher nicht selbstverständlich ist. Aktuell passt das echt gut. Als ich noch 40h gearbeitet habe, war es zum Teil ein wenig stressig, alles vernünftig unter einen Hut zu bringen.

Wo stehst du heuer noch überall am Start?

Mein nächstes Rennen wird am 30. Mai die Challenge St. Pölten sein, danach habe ich noch keinen fixen Plan für die weitere Saison, da muss ich dann erst mal schauen, welche Bewerbe auch wirklich stattfinden und wie sie auch in die Gesamtplanung passen.

Georg Enzenberger Triathlon

Wir wünschen Georg Enzenberger weiterhin viel Erfolg bei seinen Rennen als Profi!

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