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Gerald Will nach seiner Operation: „Es gibt wieder viel zu tun!“

Gerald Will verletzte sich in der zweiten Jahreshälfte 2020 bei einer MTB-Ausfahrt am Knie: Operation unumgänglich. Eine Hiobsbotschaft für den erfolgreichen Routinier! Doch Gerald Will wirft so schnell nichts aus der Bahn. Schnell suchte er nach Expertisen und Möglichkeiten das Beste aus der Situation zu machen. Zehn Wochen nach der OP sieht die Welt bei Gerald  Will schon wieder anders aus.




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Gut austrainiert und dann durch einen MTB Crash ausgebremst. Was waren deine ersten Gedanken?

Ich bin mit relativ hoher Geschwindigkeit eine Wurzelpassage gefahren, die Sonne stand sehr tief und dadurch war die Sicht nicht optimal. Ich dürfte dann mit dem Vorderrad wahrscheinlich an einer Wurzel abgerutscht sein. Es folgte der berühmte Abgang über den Lenker. Aber eigentlich war es gar kein Abgang, weil die Pedale nicht ausklickten und ich den Salto vorwärts mit dem MTB an den Füßen machte. Dann dürfte ich bei der unsanften Landung mit dem rechten Knie auf dem Rahmen aufgeschlagen sein. Mir war vom Schmerzbild her gleich klar, dass da etwas Gröberes passiert ist. Einen ähnlichen Sturz hatte ich vor mittlerweile 12 Jahren bei einem Mountainbike- Rennen. Die Symptomatik war genau die gleiche. Daher war mir von Anfang an klar, was mich erwartet.

Gerald Will

Um welche Verletzung handelt es sich genau, was wurde diagnostiziert?

Bei der Verletzung handelte es sich um einen Einriss des Innenmeniskus und eine glücklicherweise nicht allzu dramatische Knorpelverletzung. Nach 3 Wochen Therapie und der Auswertung der Computertomografie war klar, dass eine Operation notwendig ist.

Wie ist es dann nach der OP weiter gegangen?

Die Operation hat Dr. J. Humer gemacht. Ein absoluter Spezialist, der schon zahlreiche Skigrößen nach Knieverletzungen erfolgreich operiert hat. Ich musste nach der OP zwei Tage im Diakonissenkrankenhaus in Linz verbringen, wobei schon im Krankenhaus mit der Physiotherapie begonnen wurde. Zuhause vertraute ich mich dann dem Team der Sporttherapie in Wels an. In den ersten zwei Wochen standen Lymphdrainagen und Mobilisationstherapie an erster Stelle. Als ich dann die Krücken weggeben dufte wurde gleich begonnen, am Muskelaufbau und der Koordination zu arbeiten. Die ersten Ausdauereinheiten erfolgten in Form von Aquajoggen und nach zwei Wochen konnte ich bereits mit dem Schwimmen (ohne Beinschlag und Abstoßen) beginnen. Der nächste Schritt war dann Ergometer fahren mit verkürzter Kurbel, damit das Knie nicht zu stark gebeugt wird. Das Laufen war natürlich noch kein Thema.

Was ist deiner Meinung nach der größte „Förderer“, um einen Heilungsprozess zu unterstützen und was geht auf gar keinen Fall bzw. muss man aufpassen?

Ich denke für mich war es sehr wichtig, dass die Therapie gleich nach der OP einsetzte. Das war vor allem für meine Psyche von großer Bedeutung. Ich konnte gleich von Anfang an aktiv am Heilungsprozess mitarbeiten. Aber die oberste Devise war, erlaubt ist nur, was keine Schmerzen verursacht. D.h. wir haben zwar sehr viel gemacht, aber die ersten zwei Wochen sehr defensiv gestaltet. Neben der Physiotherapie und dem Muskelaufbau- und Koordinationstraining war die Stammzellentherapie (Eigenblutplasmainjektionen in das verletzte Gelenk, um den Heilungsprozess anzuregen) eine weitere Maßnahme, die mir weiterhalf.

Gerald Will

Wieviel Wochen sind jetzt nach der OP vergangen und wie schaut es aktuell mit der Belastung aus, dabei ist Laufen immer ein großes Thema. Ist Laufen bei dir schon wieder möglich, welche Umfänge sind möglich?

Mittlerweile sind zehn Wochen seit meiner Operation vergangen und es läuft weiterhin perfekt. Ich habe bis jetzt 48 Therapieeinheiten (Lymphdrainagen, Triggerpunktmassagen, Schröpfen, Mobilisationstherapie und vor allem Kräftigung- und Koordinationstraining) absolviert. Die Beweglichkeit ist mittlerweile zu 100% wiederhergestellt und die Kraftdifferenz zwischen rechts und links liegt innerhalb der normalen Schwankungsbreite.

Seit einer Woche darf ich wieder laufen und ich habe keinerlei Schmerzen. Ich habe mit dem Laufen genauso begonnen, wie ich es auch mit den von mir betreuten Sportlern nach Verletzungen mache. Umfang und Intensität sind momentan noch sehr gering. Der aktive und passive Bewegungsapparat muss sich ja erst an die Stoßbelastungen gewöhnen, daher machte ich in der ersten Woche nur Lauftrainings bei denen sich Lauf- und Gehsequenzen abwechselten, wobei das Gehen zu Gunsten des Laufens immer mehr reduziert wird.

Gerald Will Triathlon

Bist du zuversichtlich was die Saison 2021 betrifft?

Ich bin grundsätzlich immer zuversichtlich. Was mich persönlich betrifft, werde ich natürlich 2021 wieder versuchen, mich von meiner besten Seite zu zeigen. Vielleicht werde ich ein bisschen später in die Wettkampfsaison einsteigen, da durch die Verletzung natürlich ein paar Wochen Vorbereitungszeit verloren gegangen sind. Und wenn ich mir eine Startnummer umhänge, dann stelle ich auch den Anspruch an mich, dass die Form stimmt.
Was die Covid 19 Problematik betrifft hoffe ich, dass es im Sommer auch wieder internationale Bewerbe gibt. Wenn nicht, dann haben ja heuer schon unsere nationalen Veranstalter gezeigt, dass sie unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen geniale Bewerbe organisieren können.

Gerald Will und Ziele für 2021:

Es gibt wieder viel zu tun. EM-Titel Nummer sechs bei den alten Herren im Xterra-Triathlon wäre ein Thema oder evtl. wieder einmal eine Marke über die Halbironman-Distanz setzen. Da geht es ja heuer beim Heimbewerb am Walchsee auch um Europameisterehren. Aber jetzt heißt es zunächst einmal, wieder ordentlich trainieren.

Gerald Will

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