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Sigi Herndler – „Es hilft nicht zu jammern.“

Sigi Herndler kennen wir nicht nur als erfolgreiche Triathletin, sondern auch im Duathlon und bei Laufbewerben ist Sigi immer vorne mit dabei. Stets mit einem Lächeln im Gesicht hatten wir Sigi schon oft vor unserer Kamera. Doch Sigi Herndler ist nicht nur selbst aktiv, sie ist in ihrem Hauptberuf selbstständige Physiotherapeutin und bietet unter ihrer Firma „Laufend besser“ auch Laufanalysen an. Die Coronskrise trifft Sigi als Sportlerin und als Physiotherapeutin. Wie sie damit umgeht erzählt sie uns im Interview.

Sigi Herndler Linztriathlon Wechselzone




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Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf dein Privatleben?       

Erhebliche! Ich wurde quasi von einem Tag auf den nächsten zur „Hausfrau“. Mein Freund Martin ist nun auch im Homeoffice. So bekoche ich uns jeden Tag mit neuen Rezepten. 🙂

Meine Arbeit als Physiotheraputin wurde zwar nie behördlich verboten, allerdings würde ich selten den 1m Abstand einhalten können. So sehe ich es als meine Aufgabe in dieser Zeit zum Schutz der Allgemeinheit auch den Kontakt zu den Patienten auszusetzen. Erstens um die Krankheit nicht ungewollt zu verteilen und zweitens um mich nicht in Gefahr zu begeben. Bei einigen wenigen Akutpatienten überwiegt der Nutzen der Physiotherapie aber dem Risiko – diese werden mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen behandelt.

Wie gestaltest du aktuell dein Training?

So viel Zeit fürs Training hatte ich noch nie. Am Anfang der Krise war ich echt etwas überfordert mit der Situation und ich hatte absolut keine Trainingsmotivation. Nun bin ich topmotiviert laufend und am Rad unterwegs. Mit dem Rad draußen allerdings nur für Genussausfahrten um das Risiko gering zu halten. Dass ich nicht schwimmen gehen kann trifft mich gar nicht so hart, da es nicht mein Lieblingssport ist. 😉

Aber eines fällt schon auf: ohne Wettkämpfe fehlt mir „irgendwas“ auch wenn ein paar Wochen ohne Wettkampf doch sehr entspannt sind.

Sigi Herndler Linztriathlon Ziel

Wie trifft dich die Situation in deiner Selbstständigkeit?

Da bin ich natürlich voll betroffen. Als Selbstständige hat man sowieso ein gewisses Risiko, aber dass mich eine Pandemie „einbremst“ hätte ich wirklich nicht gedacht. Ich muss das Beste daraus machen. Viele aufgeschobene Organisationstätigkeiten habe ich schon erledigt, die Wohnung ist nun endlich wieder einmal sauber, der Keller entrümpelt,…

Natürlich geht es vielen ähnlich, deshalb hilft es nicht extra zu jammern. Aber etwas Luft zu holen in dieser stressigen Zeit tut sicher vielen gut. Ich hoffe dass mit Mai die Selbstständigkeit wieder langsam – unter vermehrten Schutzvorkehrungen – anlaufen kann.

Wie gehst du damit um? 

Generell bin ich für alle Patienten bei Fragen telefonisch erreichbar. Mit einigen Patienten halte ich auch via Skype-Kontakt, vor allem um Übungen zu kontrollieren. Ansonsten biete ich seit dieser Woche auch Online-Laufanalysen an. Aber so ehrlich muss man sein – Physiotherapie ohne direkten Kontakt ist nicht Physiotherapie. 😉

Welche Chancen siehst du durch die Krise?

Ich bemerke ein Umdenken, vor allem in Bereichen wo ein Home-Office möglich ist. Das hat nicht nur Vorteile für mehr Zeit miteinander (z.B.: ein gemeinsames Mittagessen) sondern auch das tägliche Prä-Corona Verkehrschaos würde davon profitieren.

Ich hoffe auch, dass regionale österreichische Unternehmen und Produzenten einen Aufschwung erleben – dann sind wir nicht von ausländischen Lieferungen abhängig.

Abschließend möchte ich mich für das Interview bedanken und wünsche allen gute Gesundheit und positives Denken in dieser schwierigen Zeit!

Sigi Herndler Eisenwurzen Triathlon

Laufend Besser




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