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Anna Berghamer – „schlimmer kann es nicht kommen!“

Anna Berghamer ist ein Bewegungsmensch mit Herz und Seele. Bewegung ist sowas wie ein Lebenselixier für sie geworden. Im Jahre 2009 hat Anna ihre Schilddrüsenunterfunktion angenommen und macht, trotz einiger Rückschläge, seit je her tagtäglich das Beste daraus. Das heißt, sie fördert ihre Lebensqualität in dem sie auf die Ernährung achtet und ihren Tagesablauf mit sportlichen Aktivitäten füllt. Durch ihren eisernen Willen konnte Anna ihre größte mentale Tiefphase, als sie ihr Höchstgewicht von 107 kg erreichte, überwinden. Sport war dabei ein wichtiger Faktor, der sie vor einem mentalen Absturz gerettet hat. Aus einem Kampf gegen das Übergewicht wurde eine Leidenschaft zum Sport, die nicht mehr wegzudenken ist.

Anna Berghamer




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Wie gehst du mit deiner Schilddrüsenunterfunktion um?

Mittlerweile geht es mir recht gut damit. Ich bin gut eingestellt und merke nicht direkt etwas davon. Gezeigt hat sich das alles damals 2009, ich nahm innerhalb von einem halben Jahr 20kg zu. Ich dachte damals mit meinen 85kg, schlimmer kann es nicht kommen. Da wusste ich jedoch noch nicht, dass es noch viel schlimmer kommen wird!
Ich habe dann ganz streng auf einen Ernährungsplan gesetzt, der auch ganz gut funktioniert hat, aber aus heutiger Sicht nicht auf Dauer in den Alltag zu integrieren war. Zumindest nicht für mich und vor allem war meine Kcal-Zufuhr in dieser Zeit echt im minimalen Bereich.

…und wie ging es dann weiter?

Ich nahm dadurch 25 kg in einem halben Jahr ab und wie das so mit strengen Diäten ist, konnte ich es irgendwann nicht mehr so konsequent durchziehen. Die Folge daraus: ich nahm langsam wieder zu. 2012 war ich dann wieder auf 85 kg, was leider nicht der Höchststand meines Gewichtes blieb.

Schon seit 2009 hatte ich Probleme mit Unverträglichkeiten, die mit der Zeit immer schlimmer wurden, das ging so weit, dass ich oft schon nicht mehr wusste was ich noch essen sollte. Mein gemessenes Höchstgewicht erreichte ich dann im Oktober 2014 mit 107 kg – bis zu diesem Zeitpunkt habe ich schon Monate davor Kcal gezählt und trotzdem mindestens 3 kg im Monat zugenommen.

Anna Berghamer
links: 2015; rechts: 2018

Wann wurde dir bewusst, dass du jeden Tag auf deine Ernährung achten solltest?

Dass ich auf meine Ernährung achten muss, wusste ich schon lange Zeit, noch lange bevor das alles anfing. Was anfangs immer „nur“ der Wunsch nach ein paar Kilo weniger war, wurde schließlich zum großen Thema für mich. Nicht nur, dass ich erst alle möglichen Diäten ausprobierte, die für mich sowieso nicht funktionierten, bis hin zum Kcal zählen, was mit der für mich falschen Ernährung trotzdem nichts brachte. Falsch nicht, weil ich mich ungesund ernährte, sondern weil vermeintlich gesunde Lebensmittel trotzdem schlecht für mich waren.

Aus einer Unverträglichkeit wurden mehrere. Mittlerweile weiß ich ganz gut auf was ich verzichten muss, was mir nicht gut tut und schadet. Bis dahin war es aber ein sehr langer Weg, in Momenten gefüllt mit Müdigkeit, Trägheit, Bauchschmerzen und vielen anderen Beschwerden.

Welchen Bezug hast du dadurch zur Ernährung entwickelt?

Dass mit der Ernährung funktioniert nicht immer so, wie ich mir das wünsche oder vorstelle: Es gibt Phasen da klappt alles ganz gut, wenn ich mich komplett streng ohne Ausnahmen und gut geplant mit viel Vorbereitung ernähre. Sehr wichtig ist für mich den Überblick zu behalten, die Mengen, Kcal usw.

Ich achte auf frische Lebensmittel, die so wenig wie möglich verarbeitet sind. Jedoch weiß ich bis heute immer noch nicht genau, an was es liegt, wenn mir etwas nicht gut tut. Prinzipiell gibt’s bei mir keine Milchprodukte, gluten haltiges Getreide. Aufpassen muss ich auch bei Fructose, Sorbit und Histamin,… das klappt mal besser und mal schlechter. Manchmal habe ich so Ausreißer. Da esse ich dann tageweise auch mal alles, auch wenn ich weiß, dass es mir nicht gut tut und freu mich dann umso mehr wieder „mein“ Essen zu essen. Da schätz ich das alles wieder viel mehr.

Ich liebe essen und davon gibt’s dank dem vielen Sport auch immer genug. Ohne Sport wurde das ganze jedoch nicht funktionieren.

Anna Berghamer

Wann hattest du deine persönliche Tiefphase?

Meine Tiefphase hatte ich 2014, in dieser Zeit war ich kurz vorm Aufgeben, nichts funktionierte, keine Diät, kein Kcal zählen,… Ich war dauerhaft Müde und hatte aufgrund eines Fersensporns bds. eigentlich immer Schmerzen. In dieser Zeit nahm ich täglich Schmerzmittel, die auch nur bedingt geholfen haben.

Ich hatte Atemnot bei den kleinsten Anstrengungen, Probleme im Alltag, selbst das Ein- und Aussteigen ins Auto war mühsam. Ich war träge und fühlte mich nur noch unwohl in meiner Haut. Selbst das riesengroße Gewand, das ich mittlerweile trug, war mir zu eng!
Wenn man alles probiert und nichts funktioniert, kommt irgendwann der Punkt, wo man sich damit abfindet so zu bleiben! Ich war 25 Jahre alt und sah schwarz für meine Zukunft.

Wie hast du es dann geschafft dich hoch zu raffen, um deine Lebensgewohnheiten zu ändern?

Keine Ahnung wann und vor allem wieso dieser Punkt kam. Sport habe ich ja eigentlich immer schon gerne gemacht. Der 8. August 2015 hat aber irgendwie mein Leben total verändert. Ich begann das zweite Mal mit Freeletics. Ich hatte schon ein paar Wochen zuvor mit diesem Sportprogramm begonnen. Damals in einer Phase, als ich immer müde war und permanent zunahm. Ich ließ es deswegen auch wieder bleiben, weil „das alles ja eh nichts bringt“.

Beim zweiten Anlauf hat Freeletics mein Leben jedoch grundlegend verändert, mich gerettet. Es hat mir gezeigt, dass ich alles schaffen kann. Vor allem mental habe ich mich enorm weiter entwickelt! Ich fing erst einmal an, für 15 Wochen das Sportprogramm durch zuziehen. Danach habe ich einfach so weiter gemacht. Daraus wurden zwei Jahre konsequentes Training ohne Ausnahme. Vier Mal die Woche.
Ich war sehr diszipliniert. Wenn ich gesagt habe „Heute mach ich Sport“, dann habe ich mich auch daran gehalten. Denn, wenn ich mich nicht an meine Vorhaben halte, wer sollte es denn sonst für mich machen?

Welche Erfolge stellten sich im Laufe der Zeit dann für dich ein?

Die ersten Monate hat sich überhaupt nichts getan beim Gewicht, aber meine Einstellung hat sich geändert. Ich dachte mir, selbst wenn sich nichts tut ist es besser, als wenn ich nichts mache und so wurde ich belohnt. Ich nahm die nächsten zwei Jahre insgesamt 45 kg ab.
Ich konnte mich nach und nach immer besser mit meinen Verzichten in der Ernährung arrangieren und Sport wurde ein sehr wichtiger und fixer Bestandteil in meinem Leben. Sport hat mich gerettet!




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Tri Your Life ist das Herzensprojekt von Katharina und Christian Feuchtner aus Schleißheim bei Wels (Österreich). Wir sind zwei leidenschaftliche Hobbysportler und betreiben in unserer Freizeit diverse Ausdauersportarten und vor allem Triathlon. Wir teilen nicht nur die Liebe zum Sport, sondern auch die Leidenschaft für das Schreiben und Fotografieren.

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