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Familie und Triathlon mit Kompromissbereitschaft vereinbar

Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht, wenn ein neuer Mensch den Lebensmittelpunkt bereichert. Bevor unser kleiner Mann ins Rampenlicht rückte, füllten wir unsere Zeit mit unserem liebsten Hobby, dem Triathlon Training. Bei Familie und Triathlon hat sich einiges verschoben, die Prioritäten liegen nicht nur mehr im Training. Viel mehr ist jetzt Aufmerksamkeit gefragt, die wir unserem „Lio“ schenken möchten. Trotz allem möchten wir aber auch etwas für uns tun. Unser Bewegungsdrang hat ja etwas mit Ausgleich und folglich unserem Gemütszustand zu tun ;-). Daher finden wir es wichtig, dem ganzheitlichen Aspekt zu folgen, um nicht auf etwas verzichten zu müssen. Das geht aber nur, wenn beide Elternteile sich darauf einlassen und sich der neuen Situation bewusst stellen. Ist also eine eigene Familie und Triathlon vereinbar?




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Katharina Feuchtner

Familie und Triathlon – Umdenken braucht Zeit

Wer den Alltag ohne Kind(er) gewohnt war und hohe sportliche Affinität an den Tag legt, der ist im ersten Moment mit einem Kind vor unerwarteten Herausforderungen gestellt. Gerade, wenn man als Sportler sein Training wie sein tägliches Brot „braucht“, wird mit einer Umstellung konfrontiert, die einen neuen Lebensabschnitt definiert. Dieser neue Lebensabschnitt ist spannender als das je zuvor Dagewesene. Viele Fragen und noch mehr Emotionen begleiten den Tagesablauf. Die täglichen Bedürfnisse zu erfüllen oder das Loslassen von Gewohnheiten fallen dabei oftmals schwer. Doch wer sich bemüht den Einklang im neuen Familienleben zu finden, der wird feststellen, dass mit einer durchdachten Organisation und einer Kompromissbereitschaft einem Triathlon Training eigentlich nichts im Wege steht. So gesehen ist das Involvieren von Familienmitgliedern oder auch Freunden – die ebenfalls Kinder im ungefähren gleichen Alter haben – ein immens wertvolles Rückgrat.

Warum Zusammenhalt wichtig und so wertvoll ist

Das WIR über das ICH zu stellen ist für einen Sportler – auch in einer Beziehung – nicht immer das einfachste, wenngleich es möglicherweise selbstverständlich klingt. Mit dem WIR ist gemeint, eine Denkweise zu manifestieren, das das ICH – also den Egoismus – bereichert. Denkt an euren Alltag zurück, ohne Familie: Freizeit pur, ohne viel Verantwortung, Training nach Lust und Laune. Spätestens im Familienleben sollte das ICH nicht permanent in den Vordergrund treten. Es bringt durchaus Vorteile den Tagesablauf in Abschnitten zu betrachten, wobei das WIR Parzellen bewusst einnimmt. So nach dem Motto: we are one – family time is quality time.

Das ICH ist selbstverständlich wichtig, da es sehr viel zum WIR beiträgt. Nämlich in Sachen, wie in der Erlangung oder des Erhaltens der Selbstzufriedenheit sowie des Selbstwertgefühls. Das ausgewogene Pflegen des ICH´s beeinflusst nämlich das gesamte familiäre Konstrukt auf Harmonie bedacht. Sind wir selbst unausgewogen, dann reagieren wir in Stresssituationen oftmals seelisch verletzend. Das WIR schafft jedoch zusätzlich sehr viel Verständnisperspektiven und Empathie. Wir können uns besser in den Partner hineinversetzen, weil wir über die Grenzen des ICH´s hinaus denken, sodass wir in der Lage sind Wünsche und Äußerungen des Partners besser zu verstehen. Davon lebt eine Beziehung.

Katharina und Christian Feuchtner

Warum es beide Elternteile braucht

Ein Kind braucht nicht nur die Mutter, sondern auch seinen Vater. Gerade in den ersten Lebensphasen sammelt das Kind so viele Eindrücke, dass es förmlich alles in sich aufzusaugen scheint. Immer wieder sind wir verblüfft wie neugierig unser Lio sein kann. Der Kleine regt, rollt, krabbelt auf alles zu und nichts scheint mehr sicher zu sein. Selbst das Windelwechseln in unserer „Wechselzone“ wird zunehmend zur Herausforderung ;-). Genauso saugt er Stimmen, Mimiken, Wortlaute und Emotionen auf. Er will dauernd etwas erleben und mal mit Papa was machen, dann wieder mit der Mama und hat dann seinen Spaß, wenn alle gemeinsam Grimassen schneiden ;-).

Christian Feuchtner

Mama zuhause – Papa in der Arbeit

Es klingt zwar verlockend, zuhause mit dem Kind zu verbringen, doch gerade als Papa beobachte ich dabei eine große tägliche Herausforderung für die Mama. Der Konzentrationspegel ist permanent hoch und die Nächte mit Schlafmangel machen die Situation nicht einfacher. Es macht müde. Müdigkeit macht empfindlich und äußert sich beispielsweise mit Überreaktionen. Dieses Verständnis muss beiderseits aufgebaut werden und kommt es zu Konflikten, sollten diese zeitnahe aufgelöst werden. Als Papa gibt es meist mehr Ablenkungspotential im Beruf, als zuhause für die Mama mit Kind. Also alles was die Frau nicht braucht sind Meinungen wie „du bist ja e zuhause, hast es leichter.,..“ usw. Dies ist schlichtweg eine falsche Meinung, die aus autoritären Zeiten entstammt. Die Mama leistet zuhause mehr als man denkt und ist Situationen ausgesetzt, die man oftmals als Papa gar nicht mitbekommt. Damit umzugehen braucht Unterstützung, Zeit und Verständnis. Wie oft waren wir unausgeschlafen, gereizt und sprachen Worte, die wir im Anschluss bereuten?

Es ist alles eine Lernphase. In dieser Lernphase muss nichts perfekt sein. Wir leben von Veränderungen und Erfahrungen die wir sammeln. Das macht das Leben lebenswert und jemanden das Leben zu schenken und dabei zusehen welche Entwicklungen der kleine Mensch dabei macht, drängt vieles in den Hintergrund. Es ist ein unendlich schönes Gefühl, bei allen Herausforderungen, die so ein Familienleben mit sich bringt. Das Lächeln des Kleinen, die ersten Bereicherungen des „Wortschatzes“ mit allen MAMAMA´s und TATATA´s sind immense Erfolgserlebnisse mit vielen emotionalen Momenten verbunden, die man kaum in Worte fassen kann.

Familie und Triathlon

Familie und Triathlon

Geht da noch was mit Trainieren? Ja es geht definitiv. Triathlon besteht ja nicht nur aus Langdistanzen, die auf ein zeitaufwendiges Training schließen lassen. Triathlon kann man auch als Lebenseinstellung betreiben, die einen Lifestyle-Gedanken verfolgen. Wir sind vom Triathlontraining auch deshalb überzeugt, weil es Grundsportarten sind, die wir von Kindesbeinen betreiben und den Aspekt des Ganzkörpertrainings berücksichtigt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten von Kombinationen, wie man diesen Lebensstil lebt und seinem Kind vorlebt. Nämlich dabei mit bestem Beispiel voraus geht: wir bewegen uns und achten auf die Ernährung. Das alles nimmt auch unser Kind wahr.

Selbst eine Trainingsgestaltung mit Kind lässt sich vereinbaren: Grundlagenläufe mit dem Buggy, sobald das Kind stabil sitzen kann und es Interesse dafür entwickelt hat, dabei aufmerksam die Gegend zu erkunden. Dasselbe gilt die gemeinsamen Abenteuer mit dem Radanhänger auf Radwegen, sofern wir Neugier und Freude beim Kleinen beobachten. Alles in allem bedeutet Familienleben, Veränderung. Eine Veränderung die sehr kostbar ist. Es bedeutet Kompromissbereitschaft, aber sicherlich nicht kompletter Verzicht.

Training und Familie




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